Milliardär Karl-Erivan Haub ein Jahr verschollen

Milliardär Karl-Erivan Haub ein Jahr verschollen

  • Haub verschwand bei Skitour in der Schweiz
  • Vom 58-jährigen Tengelmannchef fehlt jede Spur
  • Familie kann ihn offiziell für tot erklären lassen

Seit diesem Sonntag (07.04.2019) ist der ehemalige Chef des Mülheimer Familienunternehmens Tengelmann genau seit einem Jahr verschollen. Der 58 Jahre alte Extremsportler Karl-Erivan Haub war zu einer Skitour in den Schweizer Alpen aufgebrochen und nicht mehr zurückgekehrt. Haub, einer der reichsten Menschen Deutschlands und Vater von Zwillingen, war Chef eines Milliardenimperiums.

Spezialtruppen der Schweizer Bergrettung hatten lange nach Haub gesucht, aber die Bedingungen am Matterhorn waren "denkbar schwierig", erinnert sich Anjan Truffer von der Bergrettung Zermatt. Das Gebiet, in das Haub wollte, ist riesengroß und bietet keine Anhaltspunkte. Zudem herrschte schlechtes Wetter.

Schon eine Woche nach seinem Verschwinden sah die Familie keine Chance mehr, ihn noch lebend zu finden. Die Suche nach Haub wurde laut Unternehmen auf Bergung umgestellt. Das Unglück sei "für alle eine unfassbare Tragödie", hieß es in einer Mitteilung.

Bruder Christian Haub auf dem Chefsessel

Bruder Christian Haub übernahm bereits zwei Wochen nach dem Verschwinden allein den Chefsessel des Unternehmens. Die traditionellen Tengelmann-Supermärkte waren bereits an Edeka verkauft. Mittlerweile zählen vor allem Immobiliengesellschaften, Anteile an der Baumarktkette OBI oder an den Textilmärkten Kik zum Unternehmen.

Große Veränderungen plant der neue Chef am Hauptsitz in Mülheim. Die Zentrale soll kleiner werden und die meisten der 250 Beschäftigten verlieren ihren Job.

Mülheimer OB fehlt Verlässlichkeit

Der verschollene Karl-Erivan Haub fühlte sich Mülheim verbunden. Zum 150-jährigen Jubiläum schenkte er der Stadt zum Beispiel eine Sporthalle. Oberbürgermeister Ulrich Scholten fehlt vor allem die Verlässlichkeit des ehemaligen Tengelmann-Chefs. Haub war als Chef immer selbst Ansprechpartner, nun sind es die Geschäftsführer.

Zurzeit laufen Gespräche über einen neuen Standort für die Firmenzentrale von Tengelmann. Der Oberbürgermeister hofft, dass sie in Mülheim bleibt.

Familie kann Todeserklärung beantragen

Noch ist Haub nicht offiziell für tot erklärt. Ein Jahr nach dem Verschwinden wäre ein Antrag beim Amtsgericht möglich. Ob und wann seine Familie das tut, ist nicht bekannt. Erst dann kann aber das Testament eröffnet werden.

Die Chance, den Leichnam zu finden, hält Truffer von der Schweizer Bergrettung "für sehr gering". Aber man dürfe die Hoffnung nicht aufgeben, bei jedem neuen Einsatz werde auch immer nach Verschollenen gesucht.

Stand: 07.04.2019, 08:57

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