NRW-CDU legt sich bei Merkel-Nachfolge nicht fest

Drei Herren im Anzug an drei Pulten mit Mikros, vor ihnen viele Journalisten mit Mikros und Kameras

NRW-CDU legt sich bei Merkel-Nachfolge nicht fest

Von Peter Hild

  • Bewerber Merz und Spahn in Düsseldorf beim CDU-Landesvorstand
  • Landeschef Laschet: Jeder Delegierte soll selbst entscheiden
  • Eine von acht Regionalkonferenzen wird in NRW stattfinden

Der NRW-Landesverband der CDU will keine Empfehlung abgeben, welcher Kandidat die Nachfolge Angela Merkels im Bundesvorsitz der Partei antreten soll. Das kündigte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstagabend (06.11.2018) in Düsseldorf an.

"Jeder Delegierte für den Bundesparteitag kann und soll sich selbst ein Bild machen und entscheiden", so Laschet. Zwei Kandidaten aus dem eigenen Landesverband, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz aus dem Sauerland und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aus dem Münsterland, stellten ihre Bewerbung im NRW-Landesvorstand vor.

Laschet: Entscheidung ist keine Zerreißprobe

Er schätze alle drei aussichtsreichen Kandidaten für den Bundesvorsitz, sagte Laschet. Neben Merz und Spahn tritt auch Annegret Kramp-Karrenbauer an. "Unabhängig vom Ausgang der Wahl wird die Partei mit dem Ergebnis gut leben können", ergänzte der CDU-Landesvorsitzende, der wieder für den stellvertretenden Bundesvorsitz kandidieren will. Er könne mit allen dreien gut zusammenarbeiten, weswegen er sein Herz nicht vor einer Zerreißprobe sehe, sagte Laschet.

Spahn sieht inhaltliche Unterschiede zu Merz

Jens Spahn sieht seine Kandidatur als "Angebot für einen Generationenwechsel". Er wolle "rackern für die Partei", zuletzt habe es zu viel Streit um zu wenig Inhalt gegeben. "Friedrich Merz und ich haben inhaltlich durchaus unterschiedliche Nuancen, etwa in der Europapolitik", so Spahn, der auf einen fairen Wettbewerb mit den Kontrahenten setzt.

Merz betonte, er habe in den vergangenen Tagen eine "überwältigende Zahl an Zuschriften erhalten", die ihn zusätzlich motivierten, anzutreten. Er wolle den politischen Meinungsstreit "von den Rändern in die Mitte zurückholen". Die SPD sieht Merz vor einem "scharfen Linksschwenk". Die CDU müsse die "bestimmende Volkspartei der Mitte" sein, die diskutiere, aber dann auch entscheide. Er habe "sehr konkrete Ideen im Kopf" für eine Arbeit als Parteivorsitzender, so Merz, und er freue sich auf intensive Diskussionen in den nächsten Wochen.

Eine von acht Regionalkonferenzen in NRW

Spahn und Merz sollen am Samstag (10.11.2018) von den CDU-Kreisverbänden Borken und Hochsauerlandkreis offiziell nominiert werden. Die Kandidaten sollen sich in bundesweit acht Regionalkonferenzen den Delegierten und der Basis vorstellen. Eine davon werde voraussichtlich Ende November in Düsseldorf stattfinden, erklärte Laschet.

Stand: 07.11.2018, 16:33

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