Bildergalerie: Merkel-Momente aus 16 Jahren Kanzlerschaft

Bildergalerie: Merkel-Momente aus 16 Jahren Kanzlerschaft

Merkel geht - und eine Ära endet. Ob auf nationalem oder internationalem Parkett, die Kanzlerin hatte leuchtende und schwierige Momente. WDR aktuell hat sie zusammengetragen.

Merkel-Momente: 16 Jahre Kanzlerin in Bildern

Von Jörn Seidel

Ob Finanz-, Flüchtlings-, Klima- oder Corona-Krise: Stets war Angela Merkel Kanzlerin. Mit der Bundestagswahl neigt sich ihre Ära dem Ende. Fotos von Momenten, die in Erinnerung bleiben.

Am 22. November 2005 wurde Angela Merkel (CDU) von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) als Bundeskanzlerin vereidigt. Dreimal wurde sie wiedergewählt - und ist damit rund 16 Jahre im Amt. Um noch länger im Amt zu bleiben als Helmut Kohl, müsste sie nach der Bundestagswahl noch bis zum 17. Dezember geschäftsführend im Amt bleiben.

In der von Männern dominierten Welt der Politik musste sich Merkel erst Respekt verschaffen - sogar dann noch, als sie die Wahl gewann. Hier traf sie in der historischen "Elefantenrunde" am Wahlabend des 18. Septembers 2005 auf einen triumphierenden Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der überzeugt war: Es sei "eindeutig, dass niemand außer mir in der Lage ist, eine stabile Regierung zu stellen". Merkel schien erst verdutzt, entgegnete dann aber resolut, dass Schröder möglicherweise "noch etwas Schwierigkeiten hat, von der Tatsache wirklich erfasst zu sein, dass Rot-Grün abgewählt ist".

In Merkels Amtszeit nahm das Bewusstsein über die Klima-Krise weltweit zu. Im August 2007 reiste Merkel mit ihrem Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zum schmelzenden Eis nach Grönland. Kurz vor Ende ihrer Amtszeit allerdings zog die Kanzlerin eine nüchterne Bilanz ihrer Klimapolitik. "Wenn ich mir die Situation anschaue, kann kein Mensch sagen, dass wir genug getan haben."

Die Mode der Kanzlerin - ein großes Thema. Die Anzüge ihrer Vorgänger hatten die Republik hingegen weit weniger interessiert. Wie viel Dekolleté darf eine Regierungschefin zeigen? Das fragten sich im April 2008 deutsche und internationale Medien, als Merkel in Oslo am Gala-Abend zur Eröffnung der neuen Oper teilnahm.

Schon im Mai 2005, kurz vor ihrer offiziellen Nominierung als Kanzlerkandidatin, bekam Merkel zu spüren, dass sie mit ihrem optischen Auftritt nun voll im Fokus der Medien steht. Da besuchte sie wie so oft die Wagner-Festspiele in Bayreuth. Für bizarre Aufmerksamkeit sorgte ein Achselschweiß-Fleck an ihrem Kleid.

Als sich die weltweite Banken- und Finanzkrise weiter zuspitzte und auch die deutsche Hypo Real Estate erfasste, steuerten Merkel und ihr Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit voller Kraft entgegen und gaben ein großes Versprechen ab: "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind", so die Bundeskanzlerin im Oktober 2008.

Ab 2010 war Merkel gefordert, auf die griechische Staatsschuldenkrise zu reagieren. Deutschland und die anderen EU-Staaten spannten gegen einigen Widerstand einen Euro-Rettungsschirm auf. Auf dem Foto zu sehen: der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean Claude Trichet (links hinter Merkel), EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (rechts hinter Merkel), der griechische Premierminister George Papandreou (rechts daneben), und neben ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

Im März 2011 wurde Merkels Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), nachdem er seinen Rücktritt erklärt hatte, von Bundespräsident Christian Wulff (Mitte) aus dem Amt entlassen. Anlass war die Plagiatsaffäre um zu Guttenbergs Doktorarbeit.

Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Herren im Juli 2014 in Brasilien die Weltmeisterschaft gewann, schien der größte Star in der Kabine Kanzlerin Merkel zu sein. Links neben ihr: Bundespräsident Joachim Gauck.

Die sogenannte Flüchtlingskrise führt zu Unruhe in der Republik - manche haben dies als Spaltung wahrgenommen. "Wir schaffen das", waren Merkels Worte. Dabei geriet sie für ihre Selfies mit Geflüchteten in die Kritik. Damit sende sie in deren Herkunftsländer ein falsches Signal, hieß es. Hier neben Merkel im September 2015: der Syrer Anas Modamani.

Im November 2015 nahm Kanzlerin und CDU-Chefin Merkel am CSU-Parteitag in München teil. Dort führte Parteichef Horst Seehofer sie offen wegen ihrer Flüchtlingspolitik vor. Nach seiner Replik auf ihre Rede verließ Merkel ohne weiteren Gruß den Saal. Das Verhältnis der beiden Schwesterparteien war an einem Tiefpunkt angelangt.

Nach bald zehn Jahren Kanzlerschaft war Merkel international zu einer festen Größe geworden. Beim G7-Gipfel im Juni 2015 auf Schloss Elmau spricht sie hier mit US-Präsident Barack Obama, der Merkel auch später noch viel Anerkennung zollte.

Am 19. Dezember 2016 starben beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche elf Besucher, Dutzende wurden verletzt. Der Täter war ein islamistischer Terrorist. Von dem Ereignis ist Kanzlerin Merkel auch ein Jahr später noch sichtlich bewegt, als sie zur Einweihung einer Gedenkstätte am Tatort eine Rede hält.

Auch die Präsidentschaft von Donald Trump fiel in die Amtszeit der Kanzlerin. Hier begegnete sie ihm beim G7-Gipfel im Juni 2018 im kanadischen La Malbaie. Das Gespräch der beiden verfolgten auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (2.v.l), Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (4.v.r) und der Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton (hinter Trump).

Als "Kuss-Gate" bleibt dieser Moment beim G7-Gipfel im August 2019 im französischen Biarritz in Erinnerung. Beim Begrüßungskuss mit Merkel spitzte Trump seine Lippen auffällig stark. Tatsächlich war das Verhältnis zwischen Merkel und Trump eher von Distanz geprägt.

Anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Krise erhielt Merkel eine weitere von vielen Ehrendoktorwürden. Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität würdigte die Kanzlerin als "globale Führungspersönlichkeit von beispielloser Entschlossenheit und Integrität". Merkel habe nicht nur Deutschland geführt, "sondern war auch ein Leuchtfeuer für die Welt in Krisenzeiten, von der großen Rezession bis zur Covid-19-Pandemie". Aber die Würdigung fand in Deutschland kaum Beachtung.

Denn zeitgleich ereignete sich in Deutschlands Westen die Hochwasser-Katastrophe mit mehr als 180 Toten. Kurz nach ihrer USA-Reise, am 20. Juli 2021, besuchte sie unter anderem Bad Münstereifel.

Während ihrer Kanzlerschaft - und schon seit 1990 - war Merkel auch stets Bundestagsmitglied. In ihrem Wahlkreis in Vorpommern war sie regelmäßig zu Besuch. In der Woche vor der Bundestagswahl im September 2021 besuchte sie unter anderem den Vogelpark Marlow, wo dieses jetzt schon legendäre Foto entstand.

Stand: 26.09.2021, 13:15

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