Mehrwegpflicht ab 2023: Das Ende von Pappbechern und Pizzakartons?

Mehrwegpflicht ab 2023: Das Ende von Pappbechern und Pizzakartons?

Gaststätten müssen ab 2023 ihren Kunden beim Außer-Haus-Verkauf auch umweltfreundliche Mehrweg-Verpackungen anbieten. Was bedeutet das neue Gesetz für Kunden und Gastronomen?

Restaurants, Imbisse und Cafés müssen ihren Kunden beim Straßenverkauf oder bei Lieferung ab 2023 neben Einwegverpackungen auch alternativ eine Mehrwegvariante anbieten. Das hat der Bundestag am Donnerstagabend beschlossen. Ein längst überfälliger Schritt, gerade nach dem Boom von Lieferdiensten in der Corona-Pandemie? Oder nur Mehrarbeit und Kosten für Gastronomen? Fragen und Antworten.

Essen To Go: Mehrweg muss angeboten werden

COSMO Daily Good News 21.01.2021 01:43 Min. Verfügbar bis 21.01.2022 COSMO


Download

Werden Pappbecher und Pizzakartons ab 2023 völlig abgeschafft?

Nein, ganz so streng wird es nicht. Restaurants und andere Gastronomiebetriebe können für Speisen und Getränke beim Außer-Haus-Verkauf auch weiterhin in Einwegverpackungen nutzen. Wenn Kunden aber ausdrücklich eine umweltfreundliche Verpackung wünschen, dann muss der Gastronom den Wunsch auch erfüllen.

Schon jetzt bieten viele Cafés in Deutschland ihren Kaffee in Pfandbechern an. Einer der größten Anbieter ist zum Beispiel das Unternehmen "Recup". Das Prinzip: An das Recup-System angeschlossene Cafés oder Tankstellen geben auf Wunsch das Getränk in wiederverwendbaren Kunststoff-Bechern aus und kassieren dafür ein Euro Pfand. Den Becher können die Kunden anschließend bei allen teilnehmenden Gaststätten zurückgeben und bekommen den Euro zurück. Möglicherweise wird es bald noch mehr Anbieter für einen solchen Service geben.

Kann so die Müllflut wirksam gestoppt werden?

Das kommt darauf an, wie viele Menschen mitmachen. Denn Wegwerf-Becher sind natürlich bequemer als Mehrweg-Gefäße, die man bis zur Rückgabe irgendwo lagern muss. Allerdings wäre weniger Verpackungsmüll nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die kommunalen Finanzen. Die Entfernung der Abfälle aus dem öffentlichen Raum koste rund 700 Millionen Euro pro Jahr, erklärte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Freitag.

Gibt es Ausnahmen von der Mehrwertpflicht?

Ja - und zwar nicht zu knapp. Kleinere Cafés und Gaststätten mit maximal 80 Quadratmetern Fläche und höchstens fünf Angestellten müssen auch künftig keine Mehrwegbehälter anbieten. Das gilt für einen Großteil der klassischen Imbissbuden oder Kiosk-Betriebe. Umweltverbände sind deshalb mit dem neuen Gesetz unzufrieden.

Allerdings werden die großen Fast-Food-Ketten wie McDonalds auf jeden Fall unter das neue Gesetz fallen - das könnte vor allem in den Großstädten schon einen echten Effekt auf die Müllmengen haben.

Kann ich nicht einfach einen eigenen Behälter mitbringen?

Klar - das ist in Zukunft auch möglich. Solange die Corona-Pandemie allerdings nicht eingedämmt ist, dürfen Gastronomie-Betriebe mitgebrachte Behälter allerdings nicht akzeptieren. Ob die aktuelle Vorschrift wirklich sinnvoll ist, das ist umstritten - die Infektionsgefahr durch gut gespülte Mehrweg-Behälter dürfte verschwindend gering sein.

Ersticken wir im Müll? Könnes kämpft 26.08.2020 43:44 Min. UT Verfügbar bis 26.08.2021 WDR

Stand: 07.05.2021, 12:19

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen