ADAC-Statistik: Mehr Staus auf NRW-Autobahnen

Stau-Rekord auf Autobahnen Aktuelle Stunde 17.01.2019 02:27 Min. UT Verfügbar bis 17.01.2020 WDR Von Michael Hoverath

ADAC-Statistik: Mehr Staus auf NRW-Autobahnen

  • Mehr Staus im Stauland NRW laut ADAC
  • Anstieg von 6,4 Prozent
  • Landesstatistik widerspricht ADAC-Studie

Die Staus auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen haben einer Erhebung des ADAC zufolge deutlich zugenommen. Demnach kam es 2018 auf den 2.200 Autobahn-Kilometern des Landes zu fast 264.000 Staus. Das teilte der Automobilclub am Donnerstag (17.01.2019) mit. 2017 waren es noch rund 251.000 Staus gewesen.

Frank Schewe vom WDR-Verkehrsstudio sieht die ADAC-Zahlen skeptisch. Unklar sei, wie die Stauzahlen ermittelt würden. Außerdem liefere der ADAC "als Autofahrerlobby Gründe für die angebliche Zunahme von Staus wie Baustellen sofort mit. Gleichzeitig wird außer Acht gelassen, dass die Zahlen der Neuzulassungen jedes Jahr steigen." Schewe: "Am Ende macht der Autofahrer den Stau."

154.000 Stunden im Stau

Etwa 154.000 Stunden standen Fahrer den Daten zufolge im Stau (2017: 143.000). Alle auf den Autobahnen im Pendlerland Nummer 1 zusammengenommen Staus hätten 2018 eine Länge von knapp 486.000 Kilometern (2017: 455.000) gehabt. Das bedeute einen Anstieg von 6,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit kommt der ADAC zu einem anderen Ergebnis bei der Staulänge als das NRW-Verkehrsministerium, das auf einer anderen Datenbasis und Staudefinition zum Jahreswechsel von leichten Verbesserungen berichtet hatte. Das Land ermittelt Staus über 2.500 Induktionsschleifen in der Fahrbahn und hatte so 2018 rund 103.600 Staukilometer gemessen. Das sind in dieser Statistik gut 4.600 Staukilometer oder 4,3 Prozent weniger als noch im Jahr 2017.

Der Stau-Rekord in Bildern

So viele Staus wie 2018 gab es noch nie in NRW, sagt der ADAC. Insgesamt standen Fahrer 154.000 Stunden auf 486.000 Kilometern im Stau. Die Zahlen in Bildern.

Ein Flugzeug hebt am Düsseldorfer Flughafen ab.

486.000 Staukilometer - dies entspricht etwa 80 Flügen zwischen Düsseldorf und New York. Oder Sie hätten ungefähr 850 Mal zwischen Köln und Berlin hin- und herfahren können.

486.000 Staukilometer - dies entspricht etwa 80 Flügen zwischen Düsseldorf und New York. Oder Sie hätten ungefähr 850 Mal zwischen Köln und Berlin hin- und herfahren können.

Die Autobahn 1 ist auch bei den Staus die Nummer 1 in NRW. Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es besonders viele Baustellen und Autofahrten.

Der Stau summiert sich auf 154.000 Stunden. Wenn einer alleine so viel Zeit hätte, könnte er etwa 1.700 Fußballspiele ansehen.

Oder mehr als 2.000 Folgen "Die Sendung mit der Maus".

Mit etwa 1.700 Folgen der Lindenstraße hätten Sie aber auch einen umfangreichen Serien-Marathon einlegen können.

Stand: 17.01.2019, 10:36

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 hø'ø 17.01.2019, 22:00 Uhr

    Die meisten Fahrzeuge - zumindest auf der A45, die ich tagtäglich aus dem Büro begutachten kann - sind LKWs. Und die meisten Staus auf "meinem" Teilstück sind direkt oder indirekt Folge der zahlreichen Baustellen. Allgemeine Tempolimits wären zumindest dort keine Lösung, man darf eh nur mit 60-80km/h durchfahren. Aber dank der sehr engen Spuren kommt es recht häufig zu Unfällen, oft ohne Fremdbeteiligung (Touchieren von Absperrungen oder Leitplanken und ähnliches). Auf Strecken ohne Baustellen sind die Leute am nervigsten, die meinen, maximal 100km/h fahren zu dürfen, und mit dieser Geschwindigkeit auch LKW-Kolonnen überholen. Dahinter laufen ruckzuck 20-30 Fahrzeuge auf, die 120-130km/h hätten fahren wollen. Schnellere Fahrer sind mittlerweile sehr selten geworden.

  • 4 Gerne-fahrer 17.01.2019, 18:48 Uhr

    Als wenn Tempolimit die Lösung wäre... und auch lkw duerfen ueberholen, im PKW sieht man nicht ob einer leer oder voll geladen ist. Gebe zu, dass es in anderen Laendern mit Limit auch angenehm zu fahren ist. Vllt sollte man mal damit anfangen, sich bei Verengungen vernünftig einzusortieren im RV Verfahren aber dann meinen die Verkehrserzieher, dass man kurz vorher keinen reinlassen muss u deswegen fangen alle schon kilometerweit vorher an. IN der Baustelle läuft's ja meist mit 60-80 kmh weiter. Und diese Links- u Mittelschleicher gehoeren angezaehlt. Bloss nicht nach rechts bei grossen Luecken, weil sie Angst haben nicht mehr rueber zu kommen od Angst vor Spurwechseln.

  • 3 ErichErpel 17.01.2019, 18:21 Uhr

    Die Autobahnen in NRW sind dank der Menge an Güterverkehr und durch Dauerbaustellen und marode Brücken am Ende. Ein Staatsversagen ohne Ende trotz Milliarden durch Maut und Steuern. Dazu eine Bahn, die als Alternative den Stau durch Verspätung und Zugausfaelle ersetzt. Nur in Berlin mag das niemand wissen.

  • 2 Geschwindigkeitsbegrenzungen 17.01.2019, 16:24 Uhr

    auf Autobahnen eher 120km/h als 130km/h -- auf Landstraßen 80km/h (analog zu Frankreich -- in Städten und Gemeinden 50km/h ( Durchgangsstraßen ) und ansonsten in geschlossenen Ortschaft 30km/h -- und das Ganze überwacht -- Am Besten finde ich eine einheitliche europäische Lösung! ! !

  • 1 Staus ohne Ende ? 17.01.2019, 16:16 Uhr

    Mir ist mittlerweile bei den ganzen Staus die Lust am Autofahren in Deutschland vergangen! ! ! In den übrigen europäischen Ländern fahre ich hingegen gerne. . . - Dort gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen mit entsprechenden Kontrollen. Allein dies gibt mir ein beim Fahren ein entspanntes Gefühl! Ein Punkt für die Zunahme bei den Staus sind die ganzen LKWs, denn Deutschland ist Transitland und Parkplatz für LKWs aus ganz Europa und darüber hinaus. Für LKWs sollte die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen bei 80km/h liegen, weiter fordere ich ein generelles Überholverbot für alle LKWs ( auch für die 3,5 Tonner ), teilweise überholen LKWs auf der dritten oder gar vierten Spur und dies gerade bei Staus. Außerdem fordere ich eine konsequente Einhaltung der Pausen für die Trucker. ich habe das Gefühl, hier kann im Straßenverkehr jeder so fahren, wie es ihm/ihr gefällt. und ich bedaure die Trucker, dem Druck, den sie ausgesetzt sind, möchte ich nicht haben! ! ! !

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