Mehr Gewalt an NRW-Schulen

Ein Junge liegt auf dem Schulhof auf dem Boden, ein anderer Junge steht vor ihm und tritt ihn.

Mehr Gewalt an NRW-Schulen

  • Landeskriminalamt registriert mehr Straftaten an Schulen
  • Vor allem Zunahme von Gewaltdelikten
  • Aber: Aufklärungsqote verbesserte sich

Die Zahl der Straftaten an den nordrhein-westfälischen Schulen ist im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent gestiegen. Das waren gut 1.000 Taten mehr als im Vorjahr, wie eine Auswertung des Landeskriminalamts in Düsseldorf auf dpa-Anfrage ergab.

22.900 Straftaten in einem Jahr

22.900 Straftaten wurden demzufolge im vergangenen Jahr an den Schulen des Landes begangen - nach 21.800 im Jahr 2016. Der Zunahme von 4,9 Prozent steht eine leicht verbesserte Aufklärungsquote gegenüber: Nach 38,2 Prozent im Vorjahr stieg diese auf 40,2 Prozent.

Auffällig ist, dass besonders die Gewaltdelikte an den Schulen zunahmen, während die Fälle von Diebstahl sogar zurückgingen. So nahm die Zahl der Körperverletzungen von 5.600 auf 6.200 zu. Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen stieg im Vergleichszeitraum von 40 auf 55 Fälle. Die Zahl der Raubtaten stieg von 91 auf 105.

Verstöße gegen Waffengesetz

Schulen registrieren mehr Fälle von Nötigung, Beleidigung und Hausfriedensbrüchen. Die Zahl der versuchten und vollendeten Brandstiftungen schnellte von 48 auf 75. Verstöße gegen das Waffengesetz wurden 2017 an den Schulen 159 Mal registriert - im Jahr zuvor waren es 122 Fälle.

Zwei Tötungsverbrechen wurden 2017 an NRW-Schulen begangen. Und auch 2018 wird die Statistik bis jetzt bereits einen Fall ausweisen: Ende Januar war in einer Gesamtschule in Lünen ein 14-jähriger Schüler erstochen worden - von einem 15-Jährigen, der sich durch bloße Blicke provoziert fühlte.

In einer ersten Reaktion forderten die großen NRW-Lehrergewerkschaften GEW und VBE in der "WAZ" (Montagsausgabe / 16.04.2018) unter anderem den Einsatz von zusätzlichen Schulpsychologen.

Stand: 15.04.2018, 18:40

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