Mehr Demonstrationen in NRW-Städten

Mehr Demonstrationen in NRW-Städten

  • Anzahl von Demonstrationen steigt fast überall
  • Große Themen: Klima, Syrien und Landwirtschaft
  • Junge Generation politisch interessierter

Auf den Straßen in NRWs Städten war es voll 2019. Nicht nur von Autos – auch von protestierenden Menschen. Die Zahl der Demos ist im Vergleich zu 2018 gestiegen. Dabei sind auch viele junge Menschen. "Eine Generation meldet sich zu Wort" ist der Untertitel der Shell-Jugendstudie 2019. Zentrale Aussage: Das Interesse von jungen Menschen an Politik steigt, und sie glauben daran, dass sie etwas bewegen können.

Gerade in der Landeshauptstadt Düsseldorf war der Anstieg enorm: 600 Demos waren es 2018, in diesem Jahr zählte die Polizei schon einige Wochen vor Ende des Jahres rund 900. Nur in der Region Aachen bleibt die Zahl auf einem konstant hohen Niveau. Gerade 2018 wurde dort im Zusammenhang mit dem Hambacher Forst oft protestiert.

Klima ein entscheidendes Thema

Der Hambacher Forst ist schon seit Jahren ein Herzensthema von Klimaaktivisten wie dem Bündnis "Ende Gelände". Doch sie haben seit 2019 quasi eine Mainstream-Schwester: Die "Fridays for Future"-Bewegung, der es in der Sache auch ums Klima geht, deren öffentliches Auftreten aber ein ganz anderes ist. Auch, wenn die Polizei keine genaue Aufschlüsselung verrät: Die sogenannten Klimastreiks dürften einen erheblichen Teil der Demonstrationen in NRW ausgemacht haben.

"Fridays for Future" schaffte es aber auch, nicht nur viele kleine, sondern auch einige große Kundgebungen auf die Beine zu stellen. An den großen, zentral organisierten Demos beteiligten sich in NRW viele Menschen, nach Veranstalterangaben waren es am 20. September alleine in Köln 70.000.

Weitere Themen, die die Menschen auf die Straße getrieben haben, war etwa der Einmarsch der Türkei in Nordsyrien und Pläne aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Bäuerinnen und Bauern machten ihrem Ärger über strengere Vorschriften mit Traktor-Blockaden Luft.

Jung und optimistisch

Das Institut für Protest- und Bewegungsforschung ist ein Zusammenschluss vieler Konfliktforscherinnen und -forscher; es hat in diesem Jahr versucht, den Ursprung der Klimaproteste wissenschaftlich zu ergründen. Ein Ergebnis der Befragung: Viele junge Menschen blicken optimistisch in die Zukunft.

Die Weltuntergangsszenarien, die auf den Demos bemüht werden, drücken also keineswegs Hoffnungslosigkeit aus. Im Gegenteil – viele sind von der Zuversicht getrieben, dass sich durch Aktivismus und individuelles Handeln etwas verändern lässt. Diesen steigenden Optimismus unter Jugendlichen finden auch andere Studien – vielleicht ist gerade das ein Grund, warum die Demonstrationsbereitschaft auch in NRW steigt.

Stand: 27.12.2019, 13:59

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