Wichtige Medikamente werden knapp

Lieferengpässe bei Medikamenten Servicezeit 21.10.2019 03:57 Min. UT Verfügbar bis 21.10.2020 WDR Von Doro Werkman

Wichtige Medikamente werden knapp

  • Lieferschwierigkeiten bei Medikamenten
  • Produktion in Asien unterbrochen
  • Forderung nach zusätzlichen Quellen

Schmerzmittel, Allergiemittel, Antidepressiva, Blutdrucksenker, Blutzuckermedikamente - Arzneien, auf die Millionen Kranke angewiesen sind, können in vielen Apotheken ausverkauft sein. Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) gibt es derzeit bei über 200 Präparaten Lieferschwierigkeiten, darunter auch bei Allerwelts-Medikamenten wie dem Schmerzmittel Ibuprofen. Bei neun Medikamenten soll der Engpass erst im Jahr 2021 enden, bei einem sogar erst im Mai 2022.

Produktion oft im Ausland

Eine wesentliche Ursache für diese hohe Zahl sieht Dr. Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer in der Verlagerung der Produktion in außereuropäische Länder, verbunden mit der Konzentration auf wenige Standorte: "Wenn die Produktion an einer Stelle stockt oder die Qualität nicht stimmt, ist die ganze Versorgung in Frage gestellt."

Pharmafirmen lassen - wie andere Industrien auch - seit Jahren einen Großteil ihrer Medikamente im Ausland produzieren, zum Beispiel in China oder Indien. Wegen des Preisdrucks in der Branche konzentrieren sich die Bestellungen meist auf den günstigsten Lieferanten.

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Für die Pharmafirmen liegt die Schuld bei den Krankenkassen, die mit Rabattverträgen mit nur wenigen Herstellern den Preisdruck immer weiter erhöhen. Die Branche fordert daher, dass bei Rabattverträgen grundsätzlich drei Arzneimittel-Hersteller zum Zuge kommen.

Abhilfe könnte eine nationale Arzneimittel-Reserve für versorgungsrelevante Medikamente schaffen. Diesen Vorschlag der Ärzteschaft hatten jüngst die Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion in einem Positionspapier aufgegriffen.

Ärzte warnen vor Gesundheitsrisiken

Bis die Lieferschwierigkeiten überwunden sind, müssen viele Patienten mit einer Umstellung bei ihrer Medikation rechnen. Das sei nicht immer unproblematisch, sagt der Düsseldorfer Allgemeinmediziner Detlef Prommer. "Jedes Medikament wirkt etwas anders, zum Beispiel bei den Dosierungen. Das muss engmaschig kontrolliert werden."

Ein Medikament einer Wirkstoffgruppe einfach gegen ein anderes auszutauschen - das könne zu echten gesundheitlichen Problemen führen.

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Stand: 21.10.2019, 16:00

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