Wie NRW Raser zur Rechenschaft zieht

Nach Todesfall in Moers: Was tun gegen Autorennen? Aktuelle Stunde 26.04.2019 04:54 Min. UT Verfügbar bis 26.04.2020 WDR Von Alexa Schulz

Wie NRW Raser zur Rechenschaft zieht

  • Immer wieder Tote durch illegale Autorennen
  • Polizei fordert schärfere Gesetze
  • Sportwagen am Kölner Rheinufer "geschrottet"

In Köln wird ein Mann im Taxi eingeklemmt, wenige Wochen später eine Radfahrerin auf dem Radweg erfasst, in Mönchengladbach wird ein Fußgänger umgefahren. Alle drei sterben - unbeteiligte Opfer von illegalen Autorennen in NRW. Am Donnerstag (25.04.2019) stirbt eine Frau in Moers nach einem Unfall. Ob auch sie Opfer eines Autorennens wurde, steht noch nicht fest. Die Zeugenaussagen aber sprechen dafür.

Kein Totschlag, sondern Mord

Ein Auto fährt an der Unfallstelle vorbei,Kreidemarkierungen

Unbeteiligte Opfer

Die Unfallverursacher wurden in den drei Fällen zu Haftstrafen verurteilt. Den Tatverdächtigen von Moers könnte nicht nur eine Strafe wegen fahrlässiger Tötung drohen, sondern sogar wegen Mordes. So wie die beiden Männer, die einen 69-Jährigen in Berlin in den Tod gerissen hatten und dafür im März 2019 zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Der Bundesgerichtshof hatte entschieden: Der Tatbestand des Mordes ist erfüllt, wenn ein Fahrer bei einem illegalen Autorennen in Kauf nimmt, dass jemand zu Tode kommt.

Höhere Strafen seit der Gesetzesverschärfung

Ein Auto fährt an der Unfallstelle vorbei;Holzkreuz,Kerzen

In Mönchengladbach starb ein Fußgänger

In NRW wurde im Oktober 2017 das Gesetz verschärft: Illegale Autorennen gelten nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat, die angezeigt wird. Der Täter könnte gleich vor Ort Führerschein und Auto verlieren - eine besonders wirkungsvolle Abschreckung, so die Polizei. Dazu drohen hohe Geldstrafen und bis zu zwei Jahren Haft - schon für die bloße Teilnahme an einem solchen Rennen.

Kölner Polizei mit Sondereinheit

Seitdem werden deutlich mehr illegale Autorennen erfasst - die Zahl ist von 335 im Jahr 2017 auf 474 ein Jahr später steil angestiegen. Auch die Zahl der Unfälle hat sich mehr als verdoppelt, auf 78 im Jahr 2018. Und: Ex-Raser sagen, dass die Dunkelziffer hoch ist.

In Köln versucht man deswegen, die "erlebnisorientierten Fahrer" mit einer Sondereinheit zu erfassen und ihnen so beizukommen. Dort sind viele Raser unterwegs, so wie in der Nacht auf Freitag (26.04.2019): Dort hat ein junger Mann seinen Sportwagen so schnell beschleunigt, dass er gegen einen Ampelmast knallte. Das Auto war Schrott, der Fahrer selbst wurde leicht verletzt. Unbeteiligte Opfer gab es diesmal nicht.

Stand: 26.04.2019, 18:57

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