Eichenprozessionsspinner: Kommunen starten mit Einsatz gegen die giftige Raupe

Stand: 24.04.2022, 09:44 Uhr

Es geht wieder los: Die Larven des Eichenprozessionsspinners schlüpfen. Kommunen und Straßenmeistereien treffen deshalb die ersten Vorkehrungen. Es gibt verschiedene Strategien gegen diesen Gewinner des Klimawandels.

Die Larven des Eichenprozessionsspinners schlüpften nun, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz in Münster. "Im Moment sind sie aber noch nicht gefährlich." Wie stark der Befall in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr werde, hänge vom Wetter in den kommenden Wochen ab: Je wärmer und trockener, desto besser seien die Bedingungen für die Raupen.

Mit Fadenwürmern gegen die Larven

Präventiv sind Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW entlang der Straßen im Ruhrgebiet unterwegs. Sie besprühen laut Mitteilung Eichen, die im vergangenen Jahr von dem Schädling befallen waren, mit kleinen Fadenwürmern. Die sogenannten Nematoden dringen in die Raupen ein und sind nach Angaben des Landesbetriebs für Menschen und andere Tiere unschädlich.

Mehr mit natürlichen Fressfeinden arbeiten

Straßen.NRW setzt zur Vorbeugung außerdem ein Mittel auf Basis eines Bakteriums und Nistkästen für Meisen ein. Letztere sollen als natürliche Fressfeinde der Larven den Befall verringern.

Der Eichenprozessionsspinner ist weniger gefährlich für die Eichen als für die Menschen. Die Raupen des Nachtfalters bilden giftige Härchen aus, die bei Berührung zu Ausschlägen, Augenreizungen, Atembeschwerden und allergischen Reaktionen führen können.

Eichenprozessionsspinner ist Gewinner des Klimawandels

Bürger könnten Nester der Raupen über einen Online-Dienst melden. Da für die Bekämpfung der jungen Larven nur wenige Wochen zur Verfügung stehen, werden die Arbeiten dem Kreis zufolge den ganzen Tag über durchgeführt. Langfristig sei klar, dass sich der Eichenprozessionsspinner noch weiter ausbreiten werde, erklärte der Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz. "Er ist ganz klar Gewinner des Klimawandels. Das Problem wird sich in den nächsten Jahren verstärken."

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