Masern: Ungeimpfte Schüler vor Schulausschluss

Impfspritze liegt auf einem  Impfausweis.

Masern: Ungeimpfte Schüler vor Schulausschluss

  • Masernfälle in NRW seit Jahresbeginn deutlich gestiegen
  • Gesundheitsämter kontrollieren Impfungen an Schulen
  • Empfehlung: Ungeimpfte vom Schulbetrieb ausschließen

Die Zahl der Masernfälle in NRW ist in den ersten sieben Wochen des Jahres 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen: von drei auf 63 Fälle. Um die Ausbreitung der Kinderkrankheit zu verhindern, sollen die Gesundheitsämter auf Empfehlung des NRW-Gesundheitsministeriums gezielt in betroffene Schulen gehen.

Gesundheitsämter entscheiden über Kontrollen in Schulen

Laut Infektionsschutzgesetz gehört die Kontrolle der Impfausweise in Schulen, in denen Personen an Masern erkrankt sind, zu den Standardmaßnahmen. Ob und in welchem Rahmen der Impfstatus von Schülern, Lehrern und anderen Schulbeschäftigten tatsächlich kontrolliert wird, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Auch liegt es im Ermessen des Gesundheitsamts, so genannte "Betretungsverbote" für Ungeimpfte auszusprechen.

Das Landeszentrum Gesundheit NRW zählt in einem offiziellen Leitfaden den "Ausschluss aller Personen vom Schulbetrieb, die keine Masernimpfung nachweisen können" zu den wichtigsten Maßnahmen im Falle eines Masernausbruchs.

"Impfgegner operieren mit falschen Behauptungen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 21.02.2019 06:14 Min. Verfügbar bis 21.02.2020 WDR 5

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Schulausschlüsse nach Masernausbruch in Waldbröl

Zuletzt war das laut einer Sprecherin des Landeszentrum Gesundheit (LZG) im Januar und Februar 2019 in Waldbröl der Fall. Dort kontrollierte das Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises nach mehreren Masernfällen den Impfstatus an einer Realschule und einem Gymnasium. Wer nicht geimpft war, konnte das vor Ort direkt nachholen. Doch offenbar gingen nicht alle Betroffenen auf das Angebot ein. Das Gesundheitsamt sprach "mehrere Betretungsverbote" für die Schulen aus. Betroffen waren drei Kinder und zwei Lehrer, teilte die Leiterin des Gesundheitsamtes dem WDR am Mittwoch (13.03.2019) mit.

Die betroffenen Schüler haben übrigens keine zusätzlichen Ferien. Sie bekommen von den Lehrern Aufgaben zur Hausarbeit mit, in manchen Fällen wird auch Lehrmaterial über das Internet verteilt. Versäumte Prüfungen und Arbeiten müssen nachgeholt werden. Das erleben derzeit rund 100 Schüler einer Gesamtschule im niedersächsischen Hildesheim. Sie müssen wegen nicht vorhandenen Impfungen oder unklarem Impfstatus knapp zwei Wochen zu Hause bleiben.

Stand: 13.03.2019, 13:50

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