Leben im Mittelalter in Marsberg rekonstruiert

Leben im Mittelalter in Marsberg rekonstruiert

  • Siedlung aus dem 5. Jahrhundert
  • 2.000 Fundstücke geborgen
  • Zerstört und immer wieder aufgebaut

Die Siedlung Dörpede lag am Flüsschen Diemel nahe dem heutigen Marsberg-Westheim. Wo die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ihre Gruben ausgehoben haben, sollten eigentlich längst Industriegebäude stehen. Aber das muss warten.

Fluss brachte immer wieder Zerstörung

Eine Kanne und ein Topf aus dem Mittelalter

Keramiken aus Dörpede

Am Montag (29.10.2018) haben die Forscher in Marsberg vorgestellt, was sie bislang über das Leben in Dörpede herausgefunden haben. Die Siedlung bestand bereits im 5. Jahrhundert und wurde im Mittelalter immer wieder aufgebaut, "obwohl es, wenn die Diemel über die Ufer trat, immer wieder massive Zerstörungen gab", so die Archäologin Eva Cichy.

Ausgrabungen Westheim

Cichys Lieblingsfund

Einer ihrer Lieblingsfunde ist ein kleines Kreuz, "das wahrscheinlich als Anhänger getragen wurde, wahrscheinlich aus der romanischen Zeit, also um das 12. Jahrhundert, und das kam ausgerechnet aus einer Schmiede-Esse." In der Siedlung gab es also Metallverarbeitung.

Auswertung dauert noch an

Mittelalterliche eiserne Axt

Offenbar gab es Metallverarbeitung

Bislang haben die Archäologen 2.000 Funde geborgen, die noch ausgewertet werden müssen. Bis ins 2. Jahrhundert lassen sie sich zurückdatieren. Die Metallgegenstände und Keramiken, Reste einer Kirche und Gräber fanden sich in einer zwei Meter tiefen Sediment-Schicht.

Dass der Ausbau des Industriegebietes wegen der Ausgrabungen warten muss, hat Bürgermeister Klaus Hülsenbeck einige Sorgen bereitet. Aber zum Glück habe der Investor Geduld. Wenn die Archäologen abgezogen sind, "werden wir entsprechende Arbeitsplätze hier gewinnen, gute Arbeitsplätze, gute Ausbildungsplätze."

Stand: 30.10.2018, 10:36

Aktuelle TV-Sendungen