Maklergebühren: Sparen Wohnungskäufer wirklich Geld?

3-stöckige Mehrfamilienhäuser mit Garten, Gebäude, außen, Außenansicht.

Maklergebühren: Sparen Wohnungskäufer wirklich Geld?

Von Nina Magoley und Fabian Wahl

  • Justizministerin Barley will Maklergebühren auf Verkäufer abwälzen
  • Wohnungsmarktexperte rechnet mit Spareffekt
  • Eigentümerverband aus NRW warnt vor doppelter Belastung

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will durchsetzen, dass künftig derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt. Das wäre in vielen Fällen der Verkäufer. Derzeit werden die Maklerkosten fast immer auf den Käufer umgelegt. Oft kommen fünfstellige Beträge zusammen, die Immobilienkäufer zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis kalkulieren müssen.

Gerade für junge Menschen und Familien sei Wohnungseigentum daher schwer zu finanzieren, sagte Barley am Montag (25.02.2019) der "Süddeutschen Zeitung".

Köln und Düsseldorf sind Hotspots

Der Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Voigtländer, geht davon aus, dass Familien beim Hauskauf entlastet werden könnten. Denn aktuell liege die Maklergebühr in NRW im Schnitt bei 3,75 Prozent. Das gesparte Geld könnte gut in das Eigenkapital eingebracht werden. Eventuell seien in der Folge auch günstigere Zinssätze möglich.

Eigentümerverband: Provision wird umgeschlagen

Anders sieht es der Eigentümerverband Haus und Grund. Die Verlagerung der Maklergebühr auf den Verkäufer werde das Gegenteil einer Entlastung für die Käufer bringen, sagt Erik Uwe Amaya, Geschäftsführer von Haus & Grund Rheinland Westfalen, dem WDR. "Verkäufer werden die Gebühr auf den Kaufpreis aufschlagen."

Besonders ärgerlich dabei sei, dass mit dem so erhöhten Kaufpreis auch die Grunderwerbsteuer steigen würde - die in NRW mit 6,5 Prozent ohnehin relativ hoch ist. "Dadurch zahlen Käufer am Ende doppelt mehr", so Amaya.

Wohnungsmarktexperte Voigtländer berichtet hingegen von anderen EU-Ländern, in denen Verkäufer die Provision längst selber zahlen. Dort liege die Gebühr nur noch bei zwei bis drei Prozent.

"Gerade in Großstädten sind Immobilien rar. Die Verkäufer sind somit in einer sehr guten Verhandlungsposition, wenn es um die Maklerbestellung geht", sagt Voigtländer. "Letztlich wird der Verkäufer nur ein bisschen mehr zahlen, so dass es einen geringen Preisauftrieb für Hauskäufer gibt."

Barley will Maklergebühr neu regeln

WDR aktuell - Der Tag 25.02.2019 10:08 Min. Verfügbar bis 25.02.2020 WDR 3

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Stand: 25.02.2019, 18:16

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