Nach Hanau: Mahnwachen gegen rechten Terror

Menschen mit Plakaten und Fahnen, versammelt in der Keupstraße

Nach Hanau: Mahnwachen gegen rechten Terror

  • Elf Tote nach rassistischem Terroranschlag in Hanau
  • Bündnisse rufen zu Mahnwachen gegen rechten Terror auf
  • Kundgebungen in zahlreichen NRW-Städten

Bundesweit haben am Donnerstagabend (20.02.2020) tausende Menschen der Opfer des offenbar rassistischen Terroranschlags im hessischen Hanau gedacht. Auch in NRW gingen die Menschen in zahlreichen Städten gegen rechten Terror auf die Straße.

Spontane Mahnwache in Köln

In Köln versammelten sich am Abend mehrere hundert Menschen zu einer spontanen Mahnwache an der Keupstraße, die im Jahr 2004 Ziel eines Nagelbombenanschlags des NSU gewesen war. Viele hatten Kerzen dabei. Die Mahnwache begann daher auch mit einer Schweigeminute für die Opfer und ihre Familien in Hanau. Einige Namen der Opfer wurden im Anschluss daran vorgelesen.

Plakataufschrift: "Rassismus tötet"

Viele Menschen brachten Fahnen und Plakate mit, auf denen unter anderem zu lesen war: "Rechte Netzwerke zerschlagen", "Gemeinsam gegen Rassismus" und "Rassismus tötet". Vielen Rednerinnen und Rednern war es wichtig zu betonen, dass man nicht mehr von rassistischen Einzeltätern sprechen könne. Schließlich würden Menschen in vielen deutschen Städten Opfer fremdenfeindlicher Übergriffe und sogar Anschlägen.

In Münster versammelten sich nach Polizeiangaben rund 300 Menschen vor dem Hauptbahnhof, um ein Zeichen gegen rechten Terror in Deutschland zu setzen. Etwa 200 Menschen demonstrierten am Aachener Elisenbrunnen und forderten ein entschiedeneres Vorgehen gegen Rechts. Zu der Veranstaltung hatten Die Linke, Grünen und andere Parteien aufgerufen.

Entsetzen, Wut und Trauer

In der Duisburger Innenstadt hatten sich rund 250 Menschen auf dem König-Heinrich-Platz versammelt. Bei ihnen herrschten Entsetzen, Wut und Trauer. Immer wieder stießen kostümierte Karnevalisten dazu, die das Ausmaß und den Hintergrund der Tat erst vor Ort erfuhren.

Vielen war es ein Anliegen, ein Zeichen gegen rechten Terror zu setzen - gerade weil Duisburg aufgrund der vielen Einwohner mit Migrationshintergrund immer wieder von Rechten als Plattform für Aufmärsche und Kundgebungen genutzt wird.

Mahnwachen gab es auch in Düsseldorf, Dortmund, Essen, Mönchengladbach, Recklinghausen, Wuppertal und Siegen.

In Hanau hatte ein 43-jähriger Mann am Mittwochabend (19.02.2020) neun Menschen mit Migrationshintergrund und danach seine Mutter und sich selbst erschossen. Mehrere Personen wurden verletzt. Die Generalanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts.

Stand: 20.02.2020, 20:01

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