Tausende gehen gegen Rassismus auf die Straße

Eine große Anzahl an Menschen, die sich in Minden zu einer Mahnwache getroffen haben.

Tausende gehen gegen Rassismus auf die Straße

  • Gedenken an Opfer von Hanau
  • Riesenandrang auf Domplatz in Minden
  • 3.000 Menschen auch in Hanau bei Kundgebung

Am Samstag (22.02.2020) haben die Menschen eindrucksvoll gezeigt, dass in Deutschland kein Platz für Rassismus und Rechtsextremismus ist. Bundesweit fanden erneut Mahnwachen zum Gedenken an die Opfer von Hanau statt - auch in vielen Städten in NRW.

In Minden versammelten sich mehr als 1.500 Menschen auf dem Domplatz. "Die Stimmung ist friedlich. Die Menschen haben ernste Gesichter, es überwiegt eine Nachdenklichkeit. Es gibt aber auch eine gewisse Begeisterung bei den Gastbeiträgen auf dem Domplatz", beschrieb WDR-Reporterin Sonja Engelke die Situation in Minden. Jung und alt hatten sich auf den Weg zum Mindener Dom gemacht.

Große Kundgebungen gab es auch in Hessen

Am Anschlagsort Hanau versammelten sich am Samstag 3.000 Menschen, in Marburg waren es sogar 4.000. Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) nannte den Rassismus "ein ganz alltägliches Gift". "Wir müssen gemeinsam handeln gegen Rassismus", sagte er.

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Aktionen in vielen NRW-Städten schon am Freitag

Demonstration gegen Rassismus in Düsseldorf

Demonstration gegen Rassismus in Düsseldorf

In Herford fand bereits am Freitagvormittag eine Mahnwache vor dem Rathaus statt, zu der sich rund 500 Menschen einfanden. Bis zu 1.200 Menschen demonstrierten auch in Düsseldorf gegen rechtsextremen Terror. "In unsere Trauer mischt sich auch Wut, weil die politisch Verantwortlichen lange Zeit den Rechtsextremismus verharmlost und bagatellisiert haben", sagte Oliver Ongaro vom antifaschistischen Bündnis "Düsseldorf stellt sich quer", das kurzfristig zu der Demonstration aufgerufen hatte.

Demonstration vor dem Bielefelder Rathaus

Demonstration vor dem Bielefelder Rathaus

Weitere Mahnveranstaltungen fanden unter anderem in Dortmund und Köln statt. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hatte ihre Termine bei Karnevalsveranstaltungen abgesagt, um an der Demo von "Köln gegen Rechts" auf dem Roncalliplatz teilzunehmen. In Bielefeld versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 800 Teilnehmer vor dem Hauptbahnhof. Auf Plakaten des Bielefelder Bündnisses gegen Rechts hieß es "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!".

In Düsseldorf kündigte der Wagenbauer Jacques Tilly an, für den Rosenmontagszug einen eigenen Motivwagen zum Hanauer Anschlag als "Statement der Narren" zu bauen. Der "Toleranzwagen" der Religionen soll mit einem Trauerflor versehen werden.

Stand: 22.02.2020, 17:54

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