Loveparade-Prozess: Vorzeitiges Ende durch Rechtsgespräch?

Loveparade-Prozess: Vorzeitiges Ende durch Rechtsgespräch? 03:10 Min. Verfügbar bis 15.01.2020

Loveparade-Prozess: Vorzeitiges Ende durch Rechtsgespräch?

  • Wichtiger Termin im Loveparade-Prozess
  • Rechtsgespräch über Zukunft des Verfahrens
  • Beratungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Im Loveparade-Prozess geht es im so genannten Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen darum, ob und wie das Verfahren weiter geht.

Was ist das Rechtsgespräch?

Die am Prozess beteiligten Juristen reden am Mittwoch (16.01.2019) darüber, wie sie das bisherige Verfahren beurteilen. Das Treffen beginnt um 9.30 Uhr im Gerichtssaal. Zuschauer, Medien, Angeklagte und Gerichtsmitarbeiter bleiben außen vor.

Das Gericht wird zu Beginn eine Einschätzung abgeben. Dann äußern sich Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidiger. Am Donnerstag (17.01.2019, 13 Uhr) wird im Prozess ein sogenannter "Vermerk" des Gerichts zum Verlauf des Rechtsgesprächs verlesen.

Was sind die Anklagevorwürfe?

Fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Tötung. Nach langem juristischen Gezerre sitzen in der Düsseldorfer Messe, wo der Prozess stattfindet, zehn Angeklagte: sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter der Veranstalterfirma.

Für Hinterbliebene der Opfer fehlen Verantwortliche auf der Anklagebank: Duisburgs Ex-OB Adolf Sauerland (CDU), Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller sowie Polizei-Vertreter.

Ein Jahr Loveparade-Prozess

WDR 5 Westblick - aktuell 07.12.2018 06:22 Min. Verfügbar bis 06.12.2019 WDR 5

Download

Die 58 Zeugen haben in ihren Aussagen an den bislang 96 Prozesstagen ein komplexes Bild der Katastrophe gezeichnet. Es wurden Planungsfehler deutlich, aber auch bei der Polizei gab es Fehler und Pannen. Und es wurde klar: Es gab politischen Druck, die Parade durchzuziehen.

Was sind die Knackpunkte?

Letztlich geht es im Strafprozess darum, ob den Angeklagten eine juristische Schuld nachgewiesen werden kann. Waren es wirklich diese zehn Angeklagten, die durch ihr Handeln die Massenpanik mit 21 Toten und über 650 Verletzten verschuldeten? Dass alle Juristen in dem Rechtsgespräch hier zu einer ähnlichen Einschätzung kommen, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Mai 2018: Prominente Zeugen im Loveparade-Prozess 01:50 Min. Verfügbar bis 17.12.2019

Wie könnte das Gespräch ausgehen?

Nebenkläger fürchten eine Einstellung des Prozesses. Darum hatten einige von ihnen bereits im Herbst 2018 einen Protestbrief an Justizminister Peter Biesenbach (CDU) geschickt.

Der Vorsitzende Richter Mario Plein hatte den Brief kritisiert und eine gründliche Aufklärung der Katastrophe versprochen. Plein hatte bei einem der Prozesstage auch gesagt, es gebe viele "Rechtsprobleme" in diesem Verfahren.

Die Verteidiger hoffen naturgemäß auf eine Einstellung des Prozesses - mit oder ohne Geldauflage. Der Prozess könnte aber auch gegen einzelne oder alle Angeklagten ganz normal fortgesetzt werden bis zu einem Urteil. Fakt ist: Weitere Zeugenvernehmungen sind bereits bis April terminiert.

Stand: 15.01.2019, 12:00

Aktuelle TV-Sendungen