Betrunkene Lkw-Fahrer: Polizei fordert Wegfahrsperren

Betrunkene Lkw-Fahrer: Polizei fordert Wegfahrsperren

  • Zahlreiche Lkw-Fahrer im betrunkenen Zustand
  • NRW-Branchenverband fordert Alkolocks
  • Innenministerium: Kontrollen wurden verstärkt

Bei einer großangelegten Kontrolle in Hessen sind am Sonntag (27.01.2019) fast 80 Lkw-Fahrer betrunken erwischt worden. Jetzt werden Rufe nach Alkohol-Wegfahrsperren, sogenannte Alkolocks, laut. Forderungen kommen auch aus Nordrhein-Westfalen.

Branchenverband für Alkolocks bei trockenen Alkoholikern

Der stellvertretende Geschäftsführer des NRW-Landesverbandes Transportlogistik und Entsorgung, Marcus Hover, sagte, gegen das Alkoholproblem müsse man vorgehen. Sein Verband habe schon immer Alkolocks für trockene Alkoholiker befürwortet. Der Arbeitgeber müsse dann keine Sorge haben, dass trockene Alkoholiker einen Rückfall erlitten und dies auf der Autobahn zu einem schweren Unfall führe, sagte er am Montag (28.01.2019) dem WDR.

Interview mit Marcus Hofer vom Landesverband Transport,Logistik und Entsorgung

WDR 2 Das Mittagsmagazin 28.01.2019 03:21 Min. Verfügbar bis 28.01.2020 WDR 2

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte den Einbau von Alkolocks für auffällige Berufskraftfahrer. In Gefahrguttransportern und Schulbussen sollten diese wegen der besonderen Gefahren obligatorisch eingebaut werden, forderte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt.

Anreize für freiwilligen Einbau?

Polizisten überprüfen einen Lkw-Fahrer auf Alkohol

Die Forderungen nach Alkolocks, die ein Losfahren in betrunkenem Zustand durch Messungen der Atemluft des Fahrers verhindern, sind nicht neu. Auch der Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) hatte sich vergangene Woche in Goslar für einen europaweit verpflichtenden Einbau von Alkolock-Geräten im gewerblichen Personen- und Güterverkehr aus. Schon jetzt sollten Anreizsysteme für den freiwilligen Einbau geschaffen werden.

NRW kombiniert Kontrollen

In NRW gibt es nach Auskunft des Innenministeriums seit anderthalb bis zwei Jahren verstärkt Lkw-Kontrollen, bei denen technische Überprüfungen und Alkoholtests zusammen durchgeführt werden. Das Thema "Kontrolle" werde ganzheitlich betrachtet, hieß es aus dem Innenministerium. Separate, großangelegte Alkoholkontrollen nach hessischem Vorbild hält NRW nicht für nötig.

Nur wenige Unfälle durch alkoholisierte Lkw-Fahrer

Zugleich verwies ein Sprecher des Innenministeriums auf die aktuelle Unfallstatistik. Demnach verursachten betrunkene Lkw-Fahrer in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres drei Unfälle mit schwerverletzten Personen. Zudem gab es elf Unfälle mit Leichtverletzten. Zu einem Unfall mit Todesfolge durch betrunkene Lkw-Fahrer kam es nicht.

Stand: 28.01.2019, 17:03

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen