Kühlergrill eines Lastwagens

Lkw-Demo: Autobahnblockade in NRW fällt (fast) aus

Stand: 16.03.2022, 15:38 Uhr

Um gegen die Rekordpreise für Benzin und Diesel zu demonstrieren, wollten Lkw-Fahrer am Mittwoch mehrere Autobahnen in NRW blockieren. Diese Aktion fiel aber aus. Stattdessen rollten zwölf Lastwagen durch Köln.

Die ursprüngliche Idee von Initiator Gerd Fischer war so simpel wie effektiv: Aus Protest gegen die wegen des Ukraine-Kriegs stark gestiegenen Spritpreise wollte der Spediteur gemeinsam mit anderen Lkw-Fahrern den Verkehr auf mehrere Autobahnen am Mittwoch in NRW zum Erliegen bringen.

Dafür sollten etwa 50 Lastwagen auf unter anderem auf der A3, A4, A61 und A1 anhalten und den Verkehr blockieren. "Das reicht, um ein Riesenchaos zu schaffen", hatte Fischer im Vorfeld angekündigt. "Das dauert ein paar Minuten, dann haben wir überall Staus."

Aktion wegen Strafbarkeit abgesagt

Doch dann fiel die Aktion im letzten Moment aus - laut Fischer wegen der Strafbarkeit der Blockade. Dieser Verzicht erreichte aber offenbar nicht alle Lkw-Fahrer.

Nach Informationen der Polizei blockierten Lastwagen gegen 14 Uhr auf mindestens zwei Autobahnen in NRW den Verkehr. Auf der A2 bei Dortmund bremsten laut Behörde drei Laster den Verkehr auf Schrittgeschwindigkeit aus. Dann fuhren sie weiter. Die Polizei ermittelt laut einem Sprecher wegen Nötigung. Bei Gelsenkirchen versperrten nach Angaben der Polizei drei Lkw die A42.

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LKW-Fahrer fahren bei einer Demonstration gegen die aktuellen Kraftstoffpreise durch die Kölner Innenstadt mit Plakat "Stoppt die Diesel-Abzocke"

Gerd Fischer und etwa elf weitere Lastwagenfahrer hingegen wichen mit ihrem Protest auf die Kölner Innenstadt aus. Die Lkw fuhren hupend im Konvoi durch die Stadt.

LKW-Fahrer fahren bei einer Demonstration gegen die aktuellen Kraftstoffpreise durch die Kölner Innenstadt mit Plakat "Ihr macht uns kaputt"

Die Polizei begleitete den Demonstrationszug mit Motorrädern und Autos. Zuvor hatte sie die Organisatoren eindringlich gewarnt und erklärt, Versammlungen auf der Autobahn seien verboten. Laut Polizei sollten die Lastwagen bis etwa 16 Uhr unterwegs sein.

"Schleichfahrt" rund um Berlin

Rund um Berlin hatten die Lkw-Proteste bereits am Mittwochmorgen mit sogenannten Schleichfahrten begonnen. Die Brandenburger Polizei rief deswegen dazu auf, besonders auf den Autobahnen A10 und A111 vorsichtig zu fahren. Laut Behörde waren Lkw-Gruppen auch auf der A24 aus Richtung Hamburg und auf der Bundesstraße 96 unterwegs. Der Organisator sprach von mehreren Hundert Lastwagen, deren Unternehmer sich an den Aktionen beteiligten.

Grund für den Protest von Fischer und seinen Kollegen sind die drastisch gestiegenen Benzin- und vor allem Dieselpreise seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine. Dafür macht Fischer in erster Linie die Politik verantwortlich. Auf 1,30 Euro runter soll der Dieselpreis, auch die CO2-Steuer müsse reduziert werden - das fordern die Lkw-Fahrer und Spediteure.

Am Montag Blockaden für drei Tage

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