Die linke Bewegung "Aufstehen" in NRW

Screenshot von aufstehen.de, Linke Sammlungsbewegung

Die linke Bewegung "Aufstehen" in NRW

Von Sabine Tenta

  • Linke Bewegung will SPD, Grüne und Linke ansprechen
  • SPD und Grüne reagieren ablehnend
  • Die Linke NRW ist in ihrer Haltung gespalten

Das Projekt "Aufstehen" will sich als linke Sammlungsbewegung dem Rechtsruck entgegenstellen. Die dazugehörige Website ist seit einigen Tagen freigeschaltet.

Nach Angaben der Organisatoren gibt es bereits 50.000 Unterstützer. Zu ihnen zählen Politiker aus NRW wie die Grüne Ex-Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer aus Bielefeld und der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow.

Am 4. September soll die "Bewegung" offiziell starten.

Zielgruppe von "Aufstehen"

Archivfoto: Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine (12.02.2017)

Organisiert wird das Projekt von Sahra Wagenknecht, MdB der Linken aus Düsseldorf, und ihrem Ehemann Oskar Lafontaine.

Wagenknecht sagt, sie will unter anderem "diejenigen erreichen, die schon Mitglied einer Partei, beispielsweise der SPD, der Linken oder der Grünen sind."

Die Linke in ihrer Haltung gespalten

Die NRW-Linke spiegelt die Zerrissenheit der Gesamt-Partei zu "Aufstehen" wider. Das nordrhein-westfälische Führungsduo Christian Leye und Inge Höger äußert sich höchst unterschiedlich zum Projekt.

Wer aus NRW macht in der Linken Sammelbewegung mit

WDR 5 Westblick - aktuell | 10.08.2018 | 04:42 Min.

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Leye - der als Mitarbeiter in Wagenknechts Düsseldorfer Bundestagsbüro arbeitet - verspürt einen "Aufbruch nach Links" und ist von der Idee begeistert: "Die Zeit ist reif für so ein Projekt."

Skeptisch ist hingegen Inge Höger. Sie will die Partei lieber in bestehenden linken Bewegungen verankern. "Mir scheint es eine Kopfgeburt zu sein, ich habe Zweifel, ob eine Bewegung von oben zu verordnen ist." Es gebe einen Parteitagsbeschluss dazu, den sie teile: "Wichtig ist mir, mit der Partei in Bewegung zu sein. Alles andere ist die Privatsache von anderen."

Eine abgestimmte Haltung der Landespartei zu dem Projekt gebe es noch nicht, sagten Höger und Leye.

SPD: Wir sind die linke Bewegung

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Kutschaty erteilte "Aufstehen" ebenso eine Absage wie der SPD-Landesvorsitzende Sebastian Hartmann. Er twitterte: "Die linke Sammlungsbewegung in Deutschland ist seit 1863 die SPD."

Auch die Jusos sind skeptisch. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Jessica Rosenthal aus Bonn sagte, es sei wenig zu den Inhalten bekannt. Bewegung mag sie das Projekt nicht nennen, es sei "von oben gegründet."

Eine Kontaktaufnahme von "Aufstehen" mit den Jusos habe es nicht gegeben.

Grüne lehnen Projekt ab

Mona Neubaur, Vorsitzende der NRW-Grünen sagte: "Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine sind nun ausgerechnet Personen, die bisher in ihren Ämtern mehr durch Spalten, als durch Verbinden aufgefallen sind."

Echte Bewegungen entstünden von unten "und nicht auf dem strategischen Schachbrett von Spitzenpolitikerinnen."

Stand: 10.08.2018, 06:00

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