"Lifeline"-Kapitän erhält Auszeichnung

Rettungsschiff "Lifeline"

"Lifeline"-Kapitän erhält Auszeichnung

  • Kapitän des Seenotrettungsschiffs "Lifeline" bekommt Lew-Kopelew-Preis
  • Auszeichnung gemeinsam mit Dresdner Seenotrettungsinitiative
  • Claus-Peter Reisch war nach Rettung von Migranten auf Malta angeklagt worden

Dem Kapitän des Seenotrettungsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, und der gesamten Dresdner Seenotrettungsinitiative Mission Lifeline, ist am Sonntag (07.04.2019) der Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2019 verliehen worden. Sie hätten im Mittelmeer "aus eigenem Antrieb unter mutigem persönlichem Einsatz zahlreiche Menschen vor dem Tod durch Ertrinken gerettet", hieß es.

Mission Lifeline wieder auf dem Weg ins Mittelmeer

COSMO Daily Good News 24.10.2018 02:06 Min. COSMO

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Kapitän der "Lifeline" - Claus-Peter Reisch

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit 25.07.2018 27:20 Min. WDR 5

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"Unbequem, beharrlich und kompromisslos bestand er auf Humanität gerade da, wo das auch für ihn selbst unbequem war", sagte der Vorsitzende des Lew-Kopelew-Forums und ehemalige Tagesthemen-Moderator Thomas Roth in seiner Laudatio.

Und der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn betonte in seiner Festrede, dass das "Retten von Menschen im Meer ist heute in der EU kein oberstes Gebot mehr". Mit Blick auf "die Orbans, Salvinis, Le Pens, Gaulands und Co" rief Asselborn dazu auf, sich Kräften entgegenzustellen, die die Werte der EU bis zur Unkenntlichkeit verbiegen wollten.

Rettung nach tagelanger Irrfahrt im Mittelmeer

Kapitän der Lifeline

Claus-Peter Reisch, Kapitän der Lifeline

Die "Lifeline" war im Sommer 2018 fast eine Woche lang über das Mittelmeer geirrt, nachdem sie rund 230 Migranten vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet hatte. In Italien konnte das Schiff nicht anlegen, da die italienische Regierung dem Kapitän verbot, einen Hafen anzulaufen.

Schließlich konnte die "Lifeline" in Malta anlegen. Kapitän Reisch, der über Funk immer wieder besonnen mit den Küstenwachen verhandelt hatte, wurde anschließend in Malta vor Gericht angeklagt.

Der nicht dotierte Preis wird seit 2001 jährlich vom Lew-Kopelew-Forum in Köln verliehen. Damit will das Forum Menschen, Projekte oder Organisationen auszeichnen, die im Sinne Lew Kopelews tätig sind. Der hatte sich jahrelang auch für die Kölner Hilfsorganisation "Cap Anamur" eingesetzt, die mit einem Schiff im südchinesischen Meer vor allem Flüchtlinge aus Vietnam rettete.

Stand: 07.04.2019, 13:07

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