Scheune mit einem gelben Plakat "1,5 Grad heißt: Lützerath bleibt!"

Letzter Bauer in Lützerath verkauft Hof und Flächen an RWE

Stand: 04.04.2022, 17:40 Uhr

Der letzte Landwirt in dem nordrhein-westfälischen Ort Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler hat seinen Hof und die damit direkt verbundenen Flächen an den Betreiber des Tagebaus RWE verkauft.

Vor einer Woche hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster entschieden, dass RWE das Grundstück abbaggern darf.

Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Eckhard Heukamp
Landwirt

Schweren Herzens habe er die Niederlage beim OVG gegen die Besitzeinweisung angenommen und für sich entschieden, die noch anhängigen Verfahren nicht weiterzuführen. "Ich habe lange gekämpft, ich habe das Urteil in Münster abgewartet, aber meine Hoffnung hat sich nicht bestätigt," sagte Landwirt Eckhard Heukamp dem WDR.

Bild von Eckart Heukamp vor einem Feld

"Ich bin aber nach wie vor solidarisch mit denen, die in Keyenberg möglicherweise noch ihre Heimat verlieren werden", so der Landwirt. Er gehe davon aus, dass das Dorf Lützerath ab Oktober komplett abgebaggert werde. "Das wird eine harte Maßnahme für mich sein, denn man hängt doch sehr an der Heimat."

Gerichte entschieden pro RWE

Das OVG hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass RWE das Grundstück des Landwirts am Braunkohletagebau Garzweiler abbaggern und dafür Vorbereitungsmaßnahmen treffen darf. Zuvor hatte bereits das Verwaltungsgericht Aachen einen entsprechenden Antrag auf einen vorläufigen Räumungsstopp zurückgewiesen.

In Lützerath, einem Ortsteil der Stadt Erkelenz am Rand des Tagebaus, stehen nur noch wenige Gebäude. Seit Monaten leben Klimaaktivisten in Zelten, Wohnwagen und verlassenen Häusern. Sie wollen verhindern, dass das Gelände für den Braunkohletagebau abgebaggert wird. Für den 23. April ist eine große Demonstration in dem Ort geplant.

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