Letzte Chance - Förderung für E-Lastenräder in NRW endet

Lastenrad mit Elektroantrieb, Radler ist ein Mann

Letzte Chance - Förderung für E-Lastenräder in NRW endet

Von Meriem Benslim

  • Land fördert E-Lastenräder noch bis Ende März
  • Fehlende Unterlagen können nachgereicht werden
  • Landesregierung sieht Auftrag erfüllt

Die Landesförderung für private E-Lastenräder in NRW läuft am Dienstag (31.03.2020) aus. "Das Programm war sehr erfolgreich. Wir bedauern sehr, dass es eingestellt wird", sagte Burkard von Reis von der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg dem WDR.

Fehlende Unterlagen können nachgereicht werden

Wer die Fördergelder noch bekommen möchte, kann bis einschließlich 31.03.2020 online einen Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg stellen. Sollten Anträge nicht vollständig sein, können fehlende Unterlagen nachgereicht werden. "In der Regel vier Wochen lang", sagt von Reis.

Bis zu 30 Prozent der Kosten für ein E-Lastenfahrrad können Privatpersonen vom Land NRW erstattet bekommen. "Das können bis zu 1.000 Euro sein", so von Reis - allerdings kosten die Räder meist auch mehrere tausend Euro.

Fahrradläden stellen weiterhin Angebote aus

Die Fahrradläden in NRW haben zurzeit allerdings wegen der Corona-Krise geschlossen. Einige Geschäfte stellen Angebote noch telefonisch oder per E-Mail aus.

Das NRW-Wirtschaftsministerium begründet seine Entscheidung damit, dass der Förderauftrag nach knapp eineinhalb Jahren erfüllt war. Durch das Programm sollte das E-Lastenrad in NRW bekannter gemacht, und Autofahrer sollten zum Umsteigen auf das Rad motiviert werden.

Landesregierung: Haben Anschub geleistet

"Durch die Förderung konnte die Landesregierung hier einen spürbaren Anschub bei Privatleuten leisten", so eine Sprecherin des Ministeriums. Daher werde das Programm Ende März 2020 eingestellt. Unternehmen und Kommunen können dagegen weiterhin Fördergelder bekommen.

Der Verkehrsexperte Bert Leerkamp von der Universität Wuppertal kann die Entscheidung der Landesregierung teilweise nachvollziehen. Es sei gut, den Kauf von E-Lastenrädern eine gewisse Zeit durch Förderung zu stimulieren.

Verkehrsexperte: Förderprogramm reicht nicht

"Wenn die Anfangsprobleme einigermaßen behoben sind, muss sich der Staat aus meiner Sicht aus der Förderung zurückziehen", erklärt Leerkamp. Trotzdem reiche so ein Förderprogramm nicht, um die Verkehrswende im Land effektiv voranzubringen.

Laut Leerkamp müssten in NRW deutlich mehr Radwege und Stellplätze gebaut werden - auch für große E-Lastenräder. Städte in anderen europäischen Ländern seien da viel weiter.

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