Upload-Filter: Youtuber LeFloid warnt vor Zensur

Upload-Filter: Youtuber LeFloid warnt vor Zensur

  • EU-Pläne zum Urheberrecht in der Kritik
  • YouTuber LeFloid im WDR-Interview
  • "Vollautomatisierte Uploadfilter sind unverhältnismäßig"

Die Kampagne zur "Rettung des Internets" hat am Montag (18.02.2019) 4,7 Millionen Unterschriften an Bundesjustizministerin Barley übergeben, darunter 1,3 Millionen aus Deutschland. Sie protestieren unter anderem gegen sogenannte Upload-Filter.

Urheber: Wie arbeitet der Upload-Filter?

WDR 5 Töne, Texte, Bilder - Interviews 16.02.2019 07:06 Min. WDR 5

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In Köln beteiligten sich am Samstag 1.500 Menschen an der Demonstration. Zuvor hatten YouTube-Stars wie LeFloid zur Teilnahme aufgerufen. Er gehört zu den Gegnern der geplanten Urheberrechtsreform der EU.

WDR: Was möchten Sie mit der Unterschriftenaktion erreichen?

LeFloid

Youtuber LeFloid

LeFloid: Ich habe die Hoffnung, dass eine Petition, die nun mittlerweile mehr als 4,7 Millionen Unterschriften hat, mehr als nur wahrgenommen wird. Sie soll vor allem Menschen erreichen, die in erster Linie nicht direkt etwas mit dem Thema Uploadfilter oder Artikel 11 und Artikel 13 des Urheberrechts anfangen können.

Ich glaube, wenn sich so viele Menschen vereinen wie in Köln oder am 23. März in Berlin, dann gehen sie auch irgendwann europaweit auf die Straße. Denn auch Italien, Frankreich ziehen mittlerweile nach. Dann wird das Ganze so groß, dass es zu noch mehr Unterschriften kommt und man sich auch auf politischer Ebene nicht mehr vor diesem Disput verstecken kann.

WDR: Was genau kritisieren Sie?

LeFloid: Unser größter Kritikpunkt an Artikel 13, beziehungsweise an vollautomatisierten Upload-Filtern ist, dass sie fehleranfällig sind. Außerdem können sie zu einer Art der Zensurmaschinerie wachsen.

Das Logo der YouTube-App

Kritiker wollen einen Uploadfilter bei Youtube verhindern

Das heißt, auch Publisher oder Menschen, die mit der Kritik an ihrer Arbeit nicht einverstanden sind, haben die Möglichkeit zu sagen, dass bestimmte kritische Inhalte so nicht mehr auftauchen sollen. Oder sie können gezielt dagegen vorgehen. Das wäre auch ein Einschnitt in die Pressefreiheit.

WDR: Die Zeitungsmacher argumentieren, Zeitungsartikel im Netz müssen geschützt werden. Ist das nicht auch wichtig?

LeFloid: Urheberrechtsschutz ist natürlich eine wichtige Sache. Die Frage ist nur, wie man an das Thema herangeht. Vollautomatisierte Uploadfilter sind unverhältnismäßig und auf jeden Fall nicht der richtige Weg.

WDR: Was sagen Sie der Zeitungsbranche, die sagt: "Wir müssen schließen, wenn die Produkte weiterhin im Internet kostenlos genutzt werden können"?

LeFloid: Das Problem ist, Zeitungsmacher und Verlage haben nicht tatsächlich Angst, dass ihre Inhalte im Netz irgendwo gestreut werden. Denn das ist nur gut für ihre Reichweite. Sie haben in erster Linie Angst vor Konkurrenz. Und das ist auch die Motivation bei Verlagen, sich für den Artikel 13 auszusprechen.

Stand: 18.02.2019, 18:19

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