Corona-Krise lässt Gemüsepreise steigen

Frau kauft Obst und Gemüse  in Supermarkt

Corona-Krise lässt Gemüsepreise steigen

Von Katja Scherer

  • Corona: Von Hand geerntetes Gemüse wird teurer
  • Keine Versorgungsengpässe
  • Brauereien leiden, Bio-Produkte sind gefragt

Gemüse ist durch die Corona-Krise deutlich teurer geworden. So haben Zucchini im April 2020 im Schnitt um 92 Prozent mehr gekostet als im Vorjahreszeitraum – das zeigt eine aktuelle Auswertung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI. Auch andere Gemüsesorten sind danach deutlich im Preis gestiegen: Brokkoli um 69 Prozent, Kohlrabi und Blumenkohl um jeweils gut 60 Prozent und Paprika um 56 Prozent.

Der Grund für diese Preissteigerungen ist laut AMI, dass diese Gemüse von Saisonarbeitern per Hand geerntet werden. Und das heißt: Die Produktion ist derzeit deutlich teurer und aufwändiger. Zum Beispiel, weil Landwirte Mitarbeiter per Charterflug einfliegen und bei der Ernte auf Mindestabstände achten müssen.

Versorgung ist gesichert

Insgesamt sind die Preise für frische Lebensmittel im April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zehn Prozent gestiegen. Teurer wurden auch Fleisch, Wurst und Geflügel. Das habe aber nichts mit Corona zu tun, heißt es beim AMI. Preisschwankungen von bis zu 100 Prozent bei frischen Lebensmitteln seien normal und könnten auch wegen schlechter Ernten und hoher Tierfutterpreise auftreten.

Insgesamt gehen die meisten Experten davon aus, dass die Versorgung mit Lebensmitteln durchweg gesichert ist. So kann es zwar sein, dass Produktion und Logistik an der ein oder anderen Stelle mal stocken. Nach Informationen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie können Lebensmittelhersteller und Handel das aber ausgleichen, indem sie zum Beispiel Tomaten dann mal aus den Niederlanden statt aus Italien kaufen.

Finale Bilanz noch nicht absehbar

Probleme gibt es teils bei sehr hochwertigen Lebensmitteln, die sonst aus dem Ausland eingeflogen werden. Zum Beispiel, wenn ein Hotel besonders frische Mangos haben will. Das macht aber nach Angaben des Deutschen Fruchthandelsverbandes nur einen sehr kleinen Anteil am Lebensmittelhandel aus, und die Lieferketten per Containerschiff funktionieren schon wieder.

Zu den Verlierern der Corona-Krise im Lebensmittelsektor zählen bisher viele Brauereien und Getränkehersteller, die ihre Produkte normalerweise in der Gastronomie oder bei Großveranstaltungen verkaufen. Gut läuft es dagegen für die Hersteller von Bio-Produkten, weil wegen des Corona-Virus offenbar viele Menschen auf gute Ernährung achten.

Nach Einschätzung der Lebensmittelzeitung ist es für eine finale Bilanz noch zu früh. Denn sollte zum Beispiel eine Rezession kommen, sodass die Menschen sparen müssen, könnte das nochmal vieles verändern.

Stand: 20.05.2020, 17:18

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