So werden Lebensmittel zurückgerufen

So werden Lebensmittel zurückgerufen

Von Jörn Seidel

  • Wöchentlich mehrere Lebensmittelrückrufe
  • Hersteller für Rückruf verantwortlich
  • Foodwatch: Verbraucher werden schlecht informiert

Gesundheitsgefahr durch Supermarkt-Milch, Tote durch verkeimte Wurst: Regelmäßig werden Lebensmittelprodukte zurückgerufen. Aber wer veranlasst so einen Rückruf und wie läuft er ab? Die wichtigsten Fragen:

Wie oft gibt es Rückrufe und mit welcher Gefahr?

"In Deutschland werden im Schnitt etwa drei Lebensmittel pro Woche zurückgerufen", sagt Martin Rücker von Foodwatch auf der Website des Vereins. Aber nicht immer ist die Gefahr jedoch so groß wie im aktuellen Fall der Wurst von Wilke. Da starben Menschen durch Listerien-Keime.

Manchmal droht den Verbrauchern Durchfall durch Bakterien, so wie beim Milch-Rückruf von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, real und Rewe am Freitag (11.10.2019). Manchmal besteht Verdacht auf Plastikteilchen, so wie im September bei Tiefkühlpizza von Dr. Oetker. Manchmal könnten Glasstücke in den Produkten sein, so wie im August bei Dosengemüse von Bonduelle.

Wann und wie werden Lebensmittel zurückgerufen?

Wenn Hersteller oder die Ämter für Lebensmittelsicherheit Produkte als unsicher einstufen, müssen sie zurückgerufen werden. So will es das europäische Recht. Für Rückrufe gebe es ein "klar geregeltes Verfahren", sagte Wilhelm Deitermann, Sprecher des NRW-Verbraucherschutzamtes, dem WDR.

Verantwortlich für den Rückruf sei vor allem der Hersteller. Dieser wisse, wohin welche Produkte geliefert worden sind. Öffentliche Rückrufe gebe es aber nur, wenn das Produkt die Verbraucher bereits erreicht haben könnte, sagt Rücker von Foodwatch.

Foodwatch: Mehr Transparenz bei Lebensmittelkontrollen

WDR 2 09.10.2019 03:16 Min. Verfügbar bis 08.10.2020 WDR Online

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Wie erfahren Verbraucher von Rückrufen?

Händler wie Supermarktketten informieren ihre Kunden zum Beispiel durch Aushänge in den Märkten oder durch Pressemitteilungen. Foodwatch beklagt allerdings, dass die Händler ihre Kommunikationsmöglichkeiten nur selten ausschöpften, sodass Verbraucher zu selten von Rückrufen erführen.

Ausgewählte Rückrufe werden über Medien bekannt gemacht. Sämtliche öffentlichen Rückrufe findet man zum Beispiel auf der Webseite www.lebensmittelwarnung.de, einem gemeinsamen Portal von Bund und Ländern.

Stand: 11.10.2019, 21:50

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