Klimafreundliche Ernährung: Gemüsekisten vom Bauernhof

Kisten mit Gemüse

Klimafreundliche Ernährung: Gemüsekisten vom Bauernhof

Von Oliver Köhler

  • Regional und bio stark nachgefragt
  • Bauern packen regionale Gemüsekisten
  • Kisten werden bis zu den Kunden geliefert

Klima und Umwelt machen sich in NRW auch beim Weihnachtsessen bemerkbar. Besonders häufig kommen in diesem Jahr Gemüse, Obst und Fleisch vom Bauern um die Ecke auf den festlich gedeckten Tisch.

Bio und Regionales boomen. Darauf haben sich die großen Lebensmittelketten längst eingestellt. Und auch Bio-Bauern haben ihre Chance entdeckt: Sie setzen darauf, ihre Produkte ohne Zwischenhändler zu den Kunden zu bringen. So erschließen sich Landwirte neue Märkte - unter anderem in den großen Städten bei uns im Westen.

Fahrer bringen Waren bis zu den Kunden

Im Lager des Obst- und Gemüsehandels IDA packen Männer und Frauen Gemüse und Obst in grüne Kunststoffkisten. Was sie packen müssen, steht in Auftragslisten auf den Monitoren, die vor den Packstationen hängen. Die grünen Kisten mit frischen Äpfeln, Salat, Mangold, Möhren bringen Fahrer zu den Kunden in Köln. In Köln sind von Montag bis Freitag sechs Fahrer auf jeweils vier Touren im Einsatz.

Jede Woche frisches Obst und Gemüse vom Bauern

Oft sind es junge Familien, die bei IDA jede Woche ihre Gemüsekiste ordern. IDA ist eine Vermarktungsgesellschaft, in der sich mehrere Biobauern aus der Region Köln zusammengeschlossen haben, sagt David Frahsek, der hier die Lieferungen koordiniert: "Bio ist für uns selbstverständlich. Hinzu kommt, dass Kunden das Regionale wollen. Sie wollen wissen, woher die Produkte kommen und sie wollen, dass sie auf kurzen Wegen zu ihnen kommen."

Regionales und Bio das sind starke Trends bei den Verbrauchern, sagt Jörg Hamel vom Handelsverband NRW:
"In diesem Jahr ist vor dem Hintergrund der Klimaschutzdiskussion, der Diskussion um Nachhaltigkeit, noch ein weiterer Qualitätsaspekt hinzugekommen. Die Menschen achten immer mehr auf gute Qualität bei den Lebensmitteln."

Verbraucher wollen qualitativ hochwertige Lebensmittel an Weihnachten

Qualität bei den Lebensmitteln – die gilt dem Handelsverband zufolge besonders beim Weihnachtsessen. "Ich glaube, dass man gerade zu Weihnachten auch viel Geld ausgibt, dass man dem Essen eine besondere Bedeutung gibt, weil es auch etwas mit Familie zu tun hat, zusammen sitzen, zusammen essen", sagt Jörg Hamel vom Einzelhandelsverband.

Beim Einkaufen habe da jeder seine Vorliebe: der Händler um die Ecke, der Marktstand, der Metzger auf dem Land. Weihnachten nehmen die Menschen auch längere Wege in Kauf, um an gute Ware zu kommen, sagt der Sprecher des Handelsverbandes. Sich für Weihnachten alles nach Hause liefern zu lassen, das sei bei uns bisher nicht sehr verbreitet.

Fast vollständiger Verzicht auf Verpackungen

Im Lager von IDA packen Arbeiter am Nachmittag die letzten Kisten für die Kunden in Köln. Die Idee von IDA ist es, den Verbrauchern frische Ware vom Bauernhof direkt ins Haus zu bringen. Das funktioniert nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über.

Punkten kann der Direktversand auch mit einem fast vollständigem Verzicht auf Verpackungen. Die Kunden schätzen das, sagt David Frahsek. Die letzten Kisten mit Obst, Gemüse und Fleisch liefert IDA ein paar Tage vor Weihnachten aus. Dann machen auch die Mitarbeiter des Bio-Lieferanten Pause - bis zum neuen Jahr.

Stand: 24.12.2019, 06:30

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