Lebensmittel auf dem Band an einer Supermarktkasse

Lebensmittelpreise: Tipps gegen die Inflation im Supermarkt

Stand: 24.04.2022, 16:30 Uhr

Die Preise für Lebensmittel steigen und steigen. Wir haben Tipps zusammengestellt, mit denen jeder seine Haushaltskasse entlasten kann - ohne auf allzu viel verzichten zu müssen.

Der Ukraine-Krieg und gestörte Lieferketten infolge der Pandemie haben einen enormen Preisschub für Lebensmittel ausgelöst. Laut einer aktuellen Berechnung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC sind seit Anfang März die durchschnittlichen Ausgaben für Lebensmittel je Haushalt um rund 65 Euro im Monat gestiegen - eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Mintel haben sich Verbraucher bereits auf die neue Situation eingestellt. So kauft bereits jeder Fünfte weniger Lebensmittel ein, um das Haushaltsbudget im Rahmen zu halten.

Wie kann man sparen, ohne sich übermäßig einschränken zu müssen? Wir haben einige Tipps zusammengestellt.

Einkäufe gut und langfristig planen

Einkaufsliste

Planloses Shopping vermeiden

  • Gehen Sie niemals ohne Einkaufsliste in den Supermarkt. Durch geschickte Platzierung von Waren und grelle Werbung setzen die Händler alles daran, Kunden zu teuren Spontankäufen zu verführen. Im Idealfall haben Sie den Speiseplan für die ganze Woche schon parat: Wann essen Sie zuhause, was wird am Arbeitsplatz gebraucht? Essen Sie allein, mit der Familie oder haben Sie Gäste? Planen Sie, was sich gut verbinden lässt - auch hinsichtlich der benötigen Zutaten.
  • Klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber durch viele Studien belegt: Gehen Sie nicht hungrig in den Supermarkt. Sonst laufen Sie Gefahr, weit mehr einzukaufen, als Sie wirklich brauchen.

Sonderangebote und Produktalternativen checken

  • Wollen Sie auf bestimmte Markenprodukte nicht verzichten, auch wenn sie etwas teurer sind? Dann achten Sie verstärkt auf Sonderangebote in den wöchentlichen Discounter-Prospekten. Viele Discounter bieten auch eigene Apps an, die mit speziellen Angeboten werben oder Rabatte für Nutzer in Aussicht stellen.
  • Inzwischen gibt es auch Apps, die unabhängig von bestimmten Anbietern bei der Suche nach dem günstigsten Angebot helfen: Ein Beispiel ist "Smhaggle". Der Nutzer gibt dabei seine Lieblingsmarken in die App ein und "Smhaggle" zeigt an, welche Supermarkt- oder Discounterkette den Kaffee oder das Waschmittel gerade zum besten Preis anbietet. Wer die kostenlose App nutzt, darf auf Datenschutz allerdings nicht allzu viel Wert legen. Die kompletten Einkaufsdaten werden mit den Entwicklern geteilt.
  • Oft lohnt es sich auch, zu günstigen No-Name-Produkten und Eigenmarken zu wechseln, die bis auf die Verpackung mit bekannten Markenprodukten identisch sind. Eine kurze Internetrecherche reicht gewöhnlich aus, um zu erfahren, welche Marken sich hinter den No-Name-Produkten verbergen.

Saisonales Obst und Gemüse kaufen

  • Im Supermarkt finden Sie das ganze Jahr über viele Gemüse- und Obstsorten, die gerade nicht Saison haben und daher aus weit entfernten Ländern importiert werden müssen. Das belastet das Klima und das Budget. Orientieren Sie sich beim Kauf von Obst und Gemüse besser am aktuellen Erntekalender: Zurzeit gibt es zum Beispiel ein großes regionales Angebot an Spargel, Rhabarber und Lauch zu erträglichen Preisen. Unter Umständen kann es sich auch lohnen, direkt beim Erzeuger einzukaufen.

Einen übersichtlichen Saisonkalender zum Ausdrucken bieten auch die Verbraucherzentralen an:

Leitungswasser trinken

  • Sparen Sie Geld für Mineralwasser, trinken Sie lieber das streng kontrollierte Trinkwasser aus der Leitung. Wer Bedenken hat, kann beim örtlichen Wasserversorger detaillierte Informationen zur Wasserqualität anfordern. Wer kein stilles Wasser mag, kann auch auf einen Sodawasser-Bereiter zurückgreifen.

"Convenience"-Produkte vermeiden

  • Für Produkte, die bereits küchenfertig angeboten werden, muss man in der Regel tüchtig zuzahlen. Dabei lässt sich richtig Geld sparen, wenn man auf diesen Service der Anbieter verzichtet. Allerdings muss man dann mehr Zeit fürs Kochen einplanen. Das lohnt sich besonders dann, wenn man größere Mengen auf Vorrat kocht.

Lebensmittel vor dem Müll "retten"

  • Pro Person und Jahr werfen wir laut Verbraucherzentrale durchschnittlich 75 Kilogramm Lebensmittel weg, die zum großen Teil noch völlig in Ordnung sind. Auch in den Supermärkten werden jeden Tag große Mengen entsorgt - obwohl inzwischen auch viel an die Tafeln gespendet wird. Wer im Geschäft zu nur noch kurz haltbaren Lebensmittel greift, kann mit hohen Rabatten rechnen.
  • Auch zuhause lohnt es sich, Produkte nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitdatums (MHD) nicht direkt zu entsorgen. Die meisten Lebensmittel sind bei guter Lagerung erheblich länger haltbar als vermutet. Nur sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit eine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen können, werden nicht mit einem MHD, sondern mit einem Verbrauchsdatum gekennzeichnet - das sollte besser nicht überschritten werden.
  • Inzwischen gibt es auch Organisationen und Unternehmen, die gezielt Lebensmittel vor dem Müll retten. Ein Beispiel ist die App "To Good To Go". Wer sich dort anmeldet, bekommt regelmäßig Angebote von Restaurants oder Geschäften in der Nähe, nicht verkaufte Lebensmittel zu einem günstigen Preis abzuholen.

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