Laschet lacht - und bemüht sich um Schadensbegrenzung

Laschet lacht - und bemüht sich um Schadensbegrenzung

Nach seinem Heiterkeitsanfall in der besonders von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gemeinde Erftstadt gibt sich NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet reumütig.

Die Bilder sorgten für Empörung. Während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in der besonders vom Unwetter betroffenen NRW-Gemeinde Erftstadt eine Rede hielt, sah man im Hintergrund einen mit seinen Begleitern scherzenden NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU). Nun bemüht sich der Unions-Kanzlerkandidat um Schadensbegrenzung.

Laschet: "Es ist nicht in Ordnung"

Laschet sagte der "Aktuellen Stunde" am Sonntag im WDR-Fernsehen: "Ich war den ganzen Tag unterwegs, es gab emotionale Begegnungen, die mich auch wirklich erschüttert haben. Und deshalb ärgere mich umso mehr über die wenigen Sekunden. Das war unpassend, es ist nicht in Ordnung, in einem solchen Moment zu lachen."

Unpassend und unangemessen

Laschet führte aus, er habe "kein Wort von dem verstanden, was der Bundespräsident gesagt" habe. Sein Verhalten in diesem Moment sei allerdings unpassend und unangemessen gewesen: "Ich ärgere mich darüber und es tut mir aufrichtig leid, weil ich gerade sehr viel Leid erlebe und mit so vielen Menschen gesprochen habe und dieses Bedauern mit aller Kraft ausdrücken möchte."

Steinmeier und Laschet sowie Lokalpolitiker, darunter der Landrat des Rhein-Erft-Kreises Frank Rock (CDU), hatten in Erftstadt mit Hochwasser-Helfern und Feuerwehrleuten gesprochen. Etliche Menschen gelten dort weiterhin als vermisst. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil einer Burg sind eingestürzt, Autos wurden weggespült, ein riesiger Krater entstand durch die Fluten.

Auch Landrat Rock betonte am Sonntag in einer persönlichen Erklärung, man habe sich in einer sehr anstrengenden und auch emotional aufgeladenen Situation befunden. "Ich habe gestern mit Betroffenen geweint, aber auch in einer kurzen Situation gelacht", sagte er.

Katastrophe übersteigt jede Vorstellungskraft

Laschet betonte in seiner Ansprache im WDR-Fernsehen am Sonntag, dass das, was er in den vergangenen Tagen gesehen habe, jede Vorstellungskraft übersteige: "Die Geschwindigkeit und mit welcher Wucht die Wassermassen Existenzen zerstört und Leben vernichtet haben, ist unvollstellbar und doch Realität." Die Wunden der Katastrophe würden noch lange spürbar und zu sehen sein.

Ansprache des Ministerpräsidenten Armin Laschet WDR aktuell 18.07.2021 06:18 Min. Verfügbar bis 18.07.2022 WDR

Maßnahmen für die Zukunft angekündigt

Zugleich kündigte Laschet über die aktuelle Hilfe hinaus Maßnahmen für die Zukunft an, um die Menschen besser vor wetterbedingten Katastrophen zu schützen. Dafür müsse alles getan werden, etwa Dämme, Rückhaltebecken und Wasserreservoirs zu errichten oder Flächen zu renaturieren.

Laut Laschet sind die Häufigkeit und Wucht solcher Katastrophen eine Folge des Klimawandels: "Wir werden uns auf solche Ereignisse, die es im Klimawandel gibt, viel viel besser vorbereiten müssen - und wir müssen den Klimawandel noch ernsthafter bekämpfen, hier bei uns, aber auch weltweit, damit wir alle Chancen nutzen, die Klimakatastrophe zu verhindern."

Den Opfern der aktuellen Unwetter-Katastrophe versprach er, sie nicht allein zu lassen.

Jahrhundert-Hochwasser: Die Lage in NRW (Stand 16:00 Uhr) WDR aktuell 18.07.2021 22:25 Min. UT Verfügbar bis 18.07.2022 WDR

Stand: 19.07.2021, 06:16

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