Bauern in widersprüchlichen Vorschriften gefangen

Bürokratiewahn beim Stallbau 03:21 Min. Verfügbar bis 21.03.2020

Bauern in widersprüchlichen Vorschriften gefangen

  • Häufig neue Anforderungen
  • Einstreu contra Brandschutz
  • Tierwohl contra Immissionsschutz

Wer in der Viehhaltung seinen Stall erweitern will oder gar einen Stall neu bauen will, sieht sich mit einer Unmenge von Gesetzen und Verordnungen konfrontiert.

Norbert Happe, Schweinemäster aus Kneblinghausen bei Rüthen, hat eine Baugenehmigung für einen neuen Stall in der Schublade. Das Problem: Er kann damit kaum mehr etwas anfangen, sie ist überholt bzw. wird den aktuellen Anforderungen etwa beim Tierwohl nicht mehr gerecht. "Ich muss neu planen, neue Gutachten bezahlen und einen neuen Antrag stellen", sagt Happe.

Zielkonflikte

Baurecht, Emissionsschutz, Brandschutz und nicht zuletzt die Anforderungen aus der Diskussion um das Tierwohl: Landwirte sehen sich einer Fülle von Bestimmungen gegenüber, die kaum mehr zu überschauen sind.

Stallbauprobleme Schweine

Burkhard Schröer (links) berät Bauer Happe

"Wir haben in einigen Bereichen bereits Zielkonflikte, bei denen bestehende Vorgaben kaum mehr in Einklang zu bringen sind", sagt Burkhard Schröer, Geschäftsführer der Kreislandwirtschaftskammer Soest. "Offene Ställe und Stroh als Einstreu sind gut für die Tiere, aber mit Emissions- und Brandschutz nahezu unvereinbar", so Schröer.

Mangelnde Planungssicherheit

Stallbauprobleme Schweine

Bis zur Geruchsbegutachtung bleiben sie drinnen

Norbert Happe aus Rüthen will neben dem geplanten Neubau auch einen offenen Auslauf an einen bestehenden Stall anbauen. Ob er das darf, wird auch davon abhängen, ob die "Jahresgeruchsstunden" für das einige hunderte Meter entfernte Dorf nicht ansteigen. "Da wird wohl ein Gutachter kommen müssen und schnuppern, erst danach habe ich Planungssicherheit und die Schweine bleiben bis dahin drin."

Stand: 21.03.2019, 06:30

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