CDU legt in Sachsen-Anhalt zu: Rückenwind für Laschet?

CDU legt in Sachsen-Anhalt zu: Rückenwind für Laschet?

Die CDU hat in Sachsen-Anhalt 37,1 Prozent geholt, klar zugelegt und die AfD auf Distanz gehalten. Die Wahl gilt auch als Stimmungstest für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet.

Einen Tag nach dem deutlichen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt untermauert der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die klare Abgrenzung seiner Partei zur AfD. "Die CDU ist das Bollwerk gegen Extremismus", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien am Montag in Berlin.

Seine Partei habe bei der Wahl am Sonntag mehr Stimmen bekommen als AfD und Linke zusammen, die "klare Kante" gegen die AfD sei mitgetragen worden. Im Bundestagswahlkampf bringe das gute Abschneiden natürlich Rückenwind.

So sieht das vorläufige amtliche Endergebnis aus

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Landeswahlleitung kam die CDU am Sonntag bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf 37,1 Prozent (+7,4), die Alternative für Deutschland (AfD) erreichte 20,8 (-3,4), die SPD 8,4 (-2,2), die Grünen 5,9 (+0,8), die Linke 11,0 (-5,3) und die FDP 6,4 Prozent (+1,6).

Rechnerisch wäre somit eine Neuauflage der Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen möglich, es könnte aber auch für eine Koalition der CDU mit SPD und FDP reichen. Auch eine Koalition aus CDU und AfD wäre möglich, die ganz viel Zündstoff böte und einem politischen Beben gleichkäme. Dieses Szenario gilt aktuell aber eher als unwahrscheinlich.

Wahl ist Stimmungstest für September

Für Laschet ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine spezielle, ist es doch die erste seit seiner Nominierung zum Unions-Kanzlerkandidaten. Somit gilt diese Wahl auch als Stimmungstest für ihn selbst vor der Bundestagswahl im September.

Haseloff: "Abgrenzung nach rechts"

Haseloff wertete den Stimmenzuwachs der CDU auch als "Abgrenzung nach rechts", wofür er den Bürgern dankbar sei. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die gesamte Partei Anfang März als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein.

Merz sieht Rückenwind für Laschet

Der CDU-Politiker Friedrich Merz sieht den Wahlausgang als gutes Zeichen für die Bundestagswahl im September. Entscheidend sei nun eine klare Haltung seiner Partei, so März im WDR 2-Morgenmagazin: "Das Wahlergebnis von gestern zeigt, dass man mit klaren Positionierungen und einer klaren Meinung Wahlen gewinnen kann und man auch ertragen muss, dass es andere Meinungen und Widerspruch gibt."

Brinkhaus: "Guter Tag für die CDU"

Der Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU im Bundestag, Ralph Brinkhaus wertete den Wahlausgang als guten Tag für die CDU. Es werde ein harter Wahlkampf, aber "wir sind sehr sehr optimistisch, dass wir da so rauskommen, dass Armin Laschet der nächste Bundeskanzler ist", so Brinkhaus im WDR 5-Morgenecho.

Holm sieht AfD im Osten als Volkspartei

Weitgehend zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei zeigten sich Vertreter der AfD. Bundestags-Fraktionsvize Leif-Erik Holm erklärte im WDR 5-Morgenecho, das Abschneiden seiner Partei zeige, dass die AfD im Osten zur Volkspartei geworden sind.

Klingbeil: Polarisierung hat SPD Stimmen gekostet

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht den Grund für das schwache Abschneiden seiner Partei in einer Polarisierung zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten Haseloff und der AfD. Viele, die eigentlich die SPD oder andere Parteien gewählt hätten, hätten am Ende der CDU ihre Stimme gegeben - um die AfD zu verhindern, so Klingbeil im WDR 5-Morgenecho.

Höhn: Osten "schwieriges Pflaster für die Grünen"

Wenig zufrieden mit dem Abschneiden ihrer Partei zeigte sich auch die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, die frühere nordrhein-westfälische Umweltministerin. "Natürlich waren die Erwartungen höher", sagte Höhn im WDR 2-Morgenmagazin. Aber in den ostdeutschen Bundesländer sei es für die Grünen nach wie vor schwer, viele Stimmen zu bekommen.

FDP zufrieden, Linke sind enttäuscht

Der Generalsekretär der FDP, Volker Wissing, wies im WDR 5 Morgenecho Kritik zur Zunahme von Stimmen zurück. Die FDP habe im Wahlkampf durch Inhalte überzeugt und sei nicht nur gewählt worden, um die AfD weniger stark werden zu lassen.

Der Ko-Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, bezeichnete das Abschneiden mit rund elf Prozent als "herbe Wahlniederlage". Man wolle nun entschlossen auf ein besseres Abschneiden bei der Bundestagswahl hinarbeiten.

Stand: 07.06.2021, 16:06

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