Landesweiter Warntag: So können wir uns im Ernstfall helfen

Großeinsatz beim WDR

Landesweiter Warntag: So können wir uns im Ernstfall helfen

Von Andreas Sträter

  • In NRW ist Warntag (05.09.2019)
  • Bevölkerung soll 10-Tage-Vorrat bereithalten
  • Staatliches Notfallsystem hat Grenzen

Was ist im Ernstfall zu tun?

Wichtig ist es, im Ernstfall Ruhe zu bewahren, Türen und Fenster schließen – und weitere Informationen einholen. "Radio- oder Fernsehsender informieren zur aktuellen Lage", erläutert Feuerwehrmann Christian Zittlau, stellvertretender Kreisbrandmeister des Ennepe-Ruhr-Kreises. Die Notrufe 110 und 112 darf man nur in einem akuten Notfall wählen, aber nicht, um sich zu informieren.

Die Sensibilisierung für das Thema Warnsignale sei wichtig, weil viele Menschen nicht mehr wüssten, was die Signale bedeuteten, sagt Zittlau.

Es gibt drei verschiedene Sirenentöne:

  • Die Warnung vor einer Gefahr, also etwa einem Brand oder einer Gefahrstoffausbreitung, ist ein auf- und abschwellendes Heulen.
  • Die Entwarnung ist ein langer Dauerton.
  • Zur Alarmierung der Feuerwehr erklingen drei Töne hintereinander.

Katastrophenschutz "auf europäischer Ebene immer besser"

WDR 5 Mittagsecho 27.08.2019 05:37 Min. Verfügbar bis 26.08.2020 WDR 5

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Wie läuft die Versorgung bei einer Katastrophe?

Bei Hochwasser, einem flächendeckenden Stromausfall oder einem schweren Sturm bekommt man eventuell nur noch schwer Lebensmittel, so das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn. Jeder Deutsche sollte deshalb einen ausreichenden Vorrat haben und zur Vorsorge beitragen, sagt Ursula Fuchs, die in dem Bundesamt für die Information der Bevölkerung zuständig ist.

Es gilt, einen Notvorrat an Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten für zehn Tage vorzuhalten: "Auch das beste staatliche Notfallsystem kann an seine Grenzen kommen oder überfordert sein", so Fuchs: "Und in extremen Fällen mit vielen Betroffenen und möglicherweise großen Schäden braucht es schlicht Zeit, bis sich professionelle Hilfe organisiert hat."

Aber auch die Behörden haben Reserven für einen Katastrophenfall angelegt: Die zivile Notfallreserve in Deutschland besteht unter anderem aus Brotgetreide, Reis, Erbsen, Linsen und Kondensmilch. Ziel sei es, eine tägliche Mahlzeit zu gewährleisten.

Wie sieht ein 10-Tage-Vorrat aus?

Ein mit Lebensmittel gefüllter Warenkorb.

Für den Ernstfall sollte man haltbare Lebensmittel Zuhause haben

Dazu gibt es ganz konkrete Anweisungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Der Grundvorrat liefert etwa 2.200 Kalorien pro Tag und besteht unter anderem aus 20 Litern Wasser pro Person. Heißt: Ein Vier-Personen-Haushalt sollte 80 Liter Wasser in Flaschen oder Kanistern bevorraten.

Pro Person werden darüber hinaus 3,5 Kilo Getreideprodukte (zum Beispiel Nudeln oder Reis) als Vorrat empfohlen. Außerdem: 2,5 Kilo Dosenfrüchte oder vier Kilo Gemüse (in Glas oder Dosen). Statt frischer Eier oder Fleisch empfehlen die Experten Volleipulver.

So weit wie einige "Prepper" muss man aber nicht gehen: Sie bereiten sich akribisch auf mögliche Krisen vor – und bezweifeln, dass die staatliche Vorsorge bei einem Krieg oder einer Naturkatastrophe funktioniert. 

Landesweiter Warntag in NRW Servicezeit 05.09.2019 06:23 Min. Verfügbar bis 05.09.2020 WDR

Stand: 05.09.2019, 06:00

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