Ukrainische Frau umarmt ein Kind an der Grenze zwischen Polen und der Ukraine.

Rund 30.000 ukrainische Geflüchtete in NRW eingetroffen

Stand: 17.03.2022, 16:53 Uhr

Die Landesregierung meldet bisher in Nordrhein-Westfalen rund 30.000 Geflüchtete aus der Ukraine. Um schneller konkretere Zahlen zu kriegen, werden die Standards für die Registrierung gesenkt.

Von Samuel Acker

Einer "belastbaren Schätzung" des NRW-Flüchtlingsministeriums zufolge sind bislang rund 30.000 Menschen aus der Ukraine in Nordrhein-Westfalen angekommen. Die Zahl könne aber noch etwas höher liegen, sagte Staatssekretär Andreas Bothe dem WDR am Donnerstag.

"Die Menschen müssen sich ja auch nicht an der Grenze registrieren lassen, sondern können ohne Visum einreisen", sagte Bothe. Laut Zahlen von Mitte dieser Woche befänden sich 22.000 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Kommunen sowie 8.000 Menschen in Landeseinrichtungen. Nach vorläufigen Erkenntnissen seien 149 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus der Ukraine nach NRW eingereist.  

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Weniger Fingerabdrücke für Registrierung notwendig

Er könne derzeit aber nicht genau sagen, wie viele Frauen und Kinder unter den Geflüchteten sind, erklärte Bothe im Integrationsausschuss des Landtags. Schon jetzt sei aber klar erkennbar, dass im Vergleich zu den Migrationsbewegungen 2015 und 2016 viel weniger junge Männer unter den Flüchtenden sind. Ukrainischen Männern zwischen 18 und 60 Jahren ist es derzeit untersagt, das Land zu verlassen.

Laut Landesregierung soll nun schnell eine Registrierung erfolgen, um konkretere Zahlen angeben zu können, wie viele Geflüchtete in NRW ankommen. Dafür seien auch Standards abgesenkt worden. Es müssten nun nicht mehr zehn oder acht Fingerabdrücke registriert werden, sondern nur noch vier. Im Zweifel könne auch der Scan eines Passes ausreichen.

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Dubiose Hilfsangebote im Blick

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In der Sitzung des Integrationsausschusses hatten sich die Grünen und die AfD danach erkundigt, wie die Landesregierung auf Berichte zu dubiosen Hilfsangeboten für insbesondere weibliche ukrainische Geflüchtete reagiere. Vor allem aus Berlin hatte es Berichte geben, dass Männer gezielt ukrainische Frauen ansprachen und ihnen eine Mitfahr- oder Schlafgelegenheit anboten – die Befürchtung ist, dass bei manchen dahinter die Absicht steht, die Frauen sexuell auszubeuten oder in die Prostitution zu drängen.

Staatssekretär Bothe sagte, die NRW-Regierung beobachte die Entwicklung an den großen Fernbahnhöfen, auch die Polizeibehörden hätten darauf ein wachsames Auge. "Die wirksamste Maßnahme, die das Land unternehmen kann, ist ausreichend Unterbringungsplätze zur Verfügung zu stellen, sodass gar nicht jemand auf dubiose Angebote eingehen muss."