Wolf Nr. 4: Im Oberbergischen siedelt eine Wölfin

Wolf Nr. 4: Im Oberbergischen siedelt eine Wölfin

Von Rainer Striewski

  • Wölfin könnte im Oberbergischen Land ortstreu geworden sein
  • Land weist Region als "Wolfverdachtsgebiet" aus
  • Fördermöglichkeiten für Tierhalter sollen ausgeweitet werden

Noch trägt sie den eher kryptischen Namen "GW1433f". Bekannt werden könnte sie aber auch einfach als der vierte Wolf, der in NRW sesshaft wird. Denn Fotonachweise und genetische Spuren legen nahe, dass Wölfin "GW1433f" im Oberbergischen Land "ortstreu" geworden ist, teilte das Umweltministerium am Dienstag (03.12.2019) mit.

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WDR 5 Morgenecho - Interview 04.12.2019 05:23 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 WDR 5

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Deshalb werde das Ministerium die Region zwischen der A3 im Westen, der A4 im Norden und der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz noch in dieser Woche als "Wolfsverdachtsgebiet" ausweisen.

Bislang gibt es in NRW drei Wolfsgebiete: Schermbeck am Niederrhein, die ostwestfälische Senne und die Eifel. Zudem wurde an der Grenze zu Rheinland-Pfalz eine Pufferzone zum "Wolfsterritorium Stegskopf" eingerichtet.

Wolfs- oder auch Wolfsverdachtsgebiete sind keine Schutzgebiete, denn der Wolf ist nach Bundesnaturschutzgesetz überall streng geschützt. In den ausgewiesenen Gebieten können aber Halter von gerissenen Schafen und Ziegen besser entschädigt werden - so wie nun auch im Oberbergischen Land.

"Damit ermöglichen wir zu einem sehr frühen Zeitpunkt Förderungen für den Herdenschutz, damit die Tierhalter Vorsorge für eine Sicherung ihrer Tierhaltungen betreiben können", erklärte Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium.

Zudem kündigte Bottermann an, die maximale Förderung für vom Wolf geschädigte Tierhalter erhöhen zu wollen. Bislang beträgt sie maximal 20.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Über Berlin werde NRW einen Antrag bei der EU in Brüssel stellen, künftig "großzügiger und flächendeckender" entschädigen zu können, so der Staatssekretär.

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Insgesamt 474 Hinweise auf Wolfs-Vorkommen hat es nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im Jahr 2019 in NRW gegeben. Zu den Hinweisen zählen Fotos, Videos oder auch Risse von Nutztieren. Bei 40 dieser Hinweise konnte der Wolf tatsächlich bestätigt werden. Dabei handelte es sich auch um Wölfe, die durch NRW gezogen sind.

Angriffe auf Menschen hat es nach Angaben des LANUV bislang von gesunden, freilebenden Wölfen in Deutschland nicht gegeben.

Größe des Wolfsverdachtsgebiets Oberbergisches Land

Das "Wolfsverdachtsgebiet Oberbergisches Land" ist nach Angaben des Umweltministeriums 902 Quadratkilometer groß. Es umfasst Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Oberbergischen Kreises und des Rheinisch-Bergischen Kreises mit den Städten und Gemeinden:

  • Engelskirchen, Lindlar, Nümbrecht, Wiehl sowie die Bereiche von Gummersbach westlich der B 256 im Oberbergischen Kreis,
  • Eitorf, Hennef, Lohmar, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth sowie die Bereiche von Bad Honnef, Königswinter und Siegburg östlich der A3 im Rhein-Sieg-Kreis,
  • Overath, sowie die Bereiche von Rösrath östlich der A3 im Rheinisch-Bergischen Kreis.

Stand: 03.12.2019, 21:53