Neue Verordnung soll den Abschuss von Wölfen in NRW ermöglichen

Stand: 21.12.2021, 12:01 Uhr

In NRW haben die Fälle von Wolfsangriffen auf weitere Tiergruppen zugenommen. Daher erweitert das Land die Schutzmaßnahmen und plant eine Verordnung für den weiteren Umgang mit dem Wolf.

Von Christoph Ullrich

Vier Wolfsgebiete zählt das Land NRW inzwischen. Das ist - im Vergleich mit anderen Ländern - noch wenig, aber besonders ein Rudel verursacht im Moment viel Ärger.

In Schermbeck am Niederrhein hat sich ein Rudel mit gleich mehreren Jungtieren niedergelassen. Inzwischen berichten Pony-Besitzer von Übergriffen auf ihre Tiere. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sieht das auch als Folge der bisherigen Schutzmaßnahmen. Schafe seien inzwischen gut gesichert, so dass die Wölfe ausweichen würden.

Entsprechend werden die Förderungen für das Gebiet in Schermbeck jetzt ausgeweitet. Unter anderem auch Ponyhalter könnten von finanziellen Hilfen im Wolfsgebiet und der dazugehörigen Pufferzone profitieren. Außerdem sollen die Anträge für entsprechende Landesunterstützung vereinfacht werden.

Wolfsverordnung für das Land soll kommen

Die Ministerin kündigte zusätzlich an, mit den Landtagsfraktionen eine Verordnung auf den Weg zu bringen, die den Umgang mit dem Wolf regelt. Damit soll dann auch eine sogenannte "Entnahme" möglich sein. Aktuell haben Gerichte diese Maßnahme nicht erlaubt.

Eine Entnahme bedeutet in letzter Konsequenz den Abschuss des Tieres, sollte es zum Beispiel verhaltensauffällig sein. "Wir wollen uns hierbei an einer Regelung orientieren, die es in Niedersachsen bereits gibt und dies mit den Parteien im Landtag beraten", so Heinen-Esser.

"Entnahme" des Wolfes aktuell nicht möglich

Aus ihrer Sicht könne mit einer ähnlichen Verordnung der Abschuss dann klar geregelt werden. Wenn zum Beispiel, neben der Verhaltensauffälligkeit, die Tiere sich Gebäuden zu stark nähern, ohne dass sie auf Vertreibung reagierten oder wenn der wirtschaftliche Schaden die Aspekte des Artenschutzes überwiegt. Laut Ministerium belaufen sich die Kosten für Schutzmaßnahmen auf 1,6 Millionen Euro. "Die Kosten würden immer mehr steigen", sagt Heinen-Esser. Sie hofft darauf, dass man jetzt im Parlament eine schnelle Regelung findet.

Wölfe: Vergraulen, erschießen oder schützen?

WDR RheinBlick 22.10.2021 29:25 Min. Verfügbar bis 22.10.2022 WDR Online


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