Experten haben ihr Verhalten und die Zäune der Schafzüchter genau untersucht

Abschuss erlaubt: NRW regelt Umgang mit Wölfen neu

Stand: 24.03.2022, 20:35 Uhr

Drei Wolfsrudel sind in NRW inzwischen heimisch. Die Landesregierung hat neue Regeln für ihren Schutz beschlossen - und ihren Abschuss.

Wölfin "Gloria" lebt mit ihrem Rudel in der Nähe von Schermbeck am Niederrhein. Dort werden regelmäßig Tiere wie Schafe oder sogar Ponys gerissen. Die Wölfe abzuschießen hat allerdings ein Gericht verboten.

In Zukunft wird der Umgang mit Wölfen in Nordrhein-Westfalen – ähnlich wie in Niedersachsen und Brandenburg - mit einer eigenen Verordnung geregelt. Die Landesregierung hat die Verordnung am Donnerstag beschlossen.

Problemwölfe dürfen geschossen werden

In bestimmten Fällen dürfen damit Wölfe, die besonders viele Probleme bereiten, jetzt auch abgeschossen werden. Problematisch sind zum Beispiel Tiere, die immer wieder in die Nähe von Wohnsiedlungen kommen oder übermäßig häufig Weidetiere reißen.

Vorher muss jedoch alles versucht werden, sie zu "vergrämen", wie es in der Verordnung heißt. Dabei wird etwa versucht, die Wölfe mit Gummigeschossen zu vertreiben. Eine Entscheidung darüber, ob ein Wolf abgeschossen werden darf oder nicht, trifft allein das Umweltministerium.

Umweltministerin: Wichtigster Schutz sind Weidezäune und Hütehunde

Die zuständige Ministerin, Ursula Heinen-Esser (CDU) machte deutlich, dass die wichtigste Maßnahme zum Schutz der Weidetiere vor den Wölfen der Bau von Zäunen und die Anschaffung von Hütehunden bleibe. Die Landesregierung fördert dies jetzt schon mit mehreren Millionen Euro.

Kritik von Umweltverbänden

Umweltverbände hatten die Wolfsverordnung vorab kritisiert. Sie sei zu bürokratisch und löse die Probleme der Nutztierhalter nicht. Ein landesweites Problem mit Wölfen gebe es nicht.

Seit 2018 werden wieder Wölfe in Nordrhein-Westfalen gesichtet. Unter anderem lebt ein größeres Rudel, das der Wölfin "Gloria", am Niederrhein und je eines an den Grenzen zu Rheinland-Pfalz und Belgien.