Brexit und Trump dämpfen die NRW-Konjunktur

Brexit und Trump dämpfen die NRW-Konjunktur

Von Sabine Tenta

  • Prognose Wachstum von 1,1 Prozent
  • Wachstum in NRW im Bundesschnitt
  • US-Zölle und Brexit dämpfen Konjunktur

Die Wirtschaft in NRW wird 2019 voraussichtlich um 1,1 Prozent wachsen und läge damit ungefähr im Bundesdurchschnitt von 1,0 Prozent. Im Vorjahr wuchs die NRW-Wirtschaft noch um 1,4 Prozent.

Diese Zahlen legte am Montag (18.02.2019) NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) in Düsseldorf vor. Errechnet wurden sie vom RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

Brexit und Welthandel trüben Konjunktur

Als Gründe für das schwächere Wachstum nannte Pinkwart unter anderem Unsicherheiten durch den anstehenden Brexit und Verwerfungen im Welthandel.

Es gebe "erhebliche Investitionsvorbehalte" wegen des ungeklärten EU-Austritts der Briten. In der Rangfolge der wichtigen Handelspartner ist Großbritannien von Rang vier (2015) auf Rang acht (2018) abgesackt. Dennoch bleibt NRW vom EU-Austritt der Briten stärker betroffen als andere Bundesländer.

Der NRW-Jahreswirtschaftsbericht

WDR 2 18.02.2019 03:20 Min. Verfügbar bis 18.02.2020 WDR 2

No-Deal-Brexit - die große Unbekannte

Das Chaos-Szenario eines ungeregelten Brexits wollten die Forscher vom RWI nicht in ihre Berechnungen einbeziehen: "Es wäre unseriös, Zahlen in den Raum zu werfen", sagt RWI-Präsident Christoph Schmidt.

Der No-Deal-Brexit bleibt also die große Unbekannte - mit zurzeit kaum abschätzbaren Folgen für die NRW-Wirtschaft.

Ungewissheit für Automobilzulieferer

Ebenfalls eine Bedrohung für die Autozulieferer in NRW stellen die von US-Präsident Trump angedrohten Zölle für die Automobilindustrie dar. "Das dürfte Deutschland besonders treffen", sagte Pinkwart.

Zwar werde NRW nicht so starke Auswirkungen erleben, wie die Automobilstandorte Baden-Württemberg und Bayern. Aber die Zulieferer-Industrie in NRW ist sehr stark, betonte der Minister.

RWI-Präsident Schmidt sagte, kämen die Zölle, wären sie "ein großer Schlag ins Kontor". Sie könnten aber auch eine Chance darstellen: "Vielleicht beschleunigt es den Umstieg auf neue Antriebssysteme."

"Unruhiges Fahrwasser", stabiler Kahn

Das RWI überschrieb seinen Konjunkturbericht mit "NRW-Wirtschaft in unruhigem Fahrwasser". Aber der Kahn ist wohl so stabil, dass er das gut wegstecken kann. Denn Schmidt sagt auch: "Wir erwarten eine Fortsetzung des Aufschwungs mit nachlassender Dynamik."

Der lang anhaltende Aufschwung der vergangenen Jahre sei auch Arbeitskräften zu verdanken, die aus Osteuropa zugewandert seien.

IHK: Stimmung ist gut

Die Prognosen des RWI werden von einer Umfrage unter den 16 IHK in NRW bestätigt. Demnach lässt die Dynamik seit Herbst 2018 zwar nach, aber "die Stimmung ist überraschend gut", sagte Thomas Meyer, Präsident der IHK NRW.

Stand: 18.02.2019, 13:35

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