Zehntausende Arbeitsplätze durch Windkraft in NRW

Von Tobias Zacher

Erstmals zeigt eine Studie die Wertschöpfung durch Windenergie. In der Zukunft könnten dort fast so viele neue Stellen entstehen, wie im Rheinischen Braunkohle-Revier gefährdet sind.

In Nordrhein-Westfalen sind zehntausende Menschen in der Windkraft-Branche beschäftigt. Von rund 350 beteiligten Unternehmen wurden so vergangenes Jahr mehr als 7,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens "Trend Research" hervor, die die Wertschöpfung durch Windenergie in NRW untersucht hat.

Es ist die erste Studie dieser Art. Sie wurde am Donnerstag vorgestellt und einen Tag zuvor an NRW-Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) übergeben. Finanziert hatte sie unter anderem der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE), die Lobby der Öko-Energiebranche in NRW.

Mehr als 20.000 vollzeitäquivalente Stellen

Laut der Untersuchung gibt es auf dem Windenergie-Arbeitsmarkt in NRW mehr als 20.000 vollzeitäquivalente Stellen. Die Forscher gehen davon aus, dass dies in etwa 36.000 Beschäftigten entspricht, weil viele Menschen nur einen Teil ihres Arbeitstages für die Windkraft aufwenden und andere in Teilzeit arbeiten.

Deutlich wird: Die nordrhein-westfälische Wirtschaft profitiert sowohl von der Windenergie an Land (onshore), als auch im Meer (offshore). Die Unternehmen kommen aus verschiedenen Sektoren: Neben Anlagenfertigung und -montage findet auch Projektentwicklung, Netzanbindung oder Forschung in NRW statt.

NRW droht Ausbauziele zu verfehlen

In der Zukunft könnten weitere Arbeitsplätze entstehen: Sollte das Land seine Ausbauziele für die Windkraft erreichen, dann pronostiziert die Studie weitere 2.650 vollzeitäquivalente Stellen. Zum Vergleich: Nach Angaben des Energieministeriums sind durch den Kohleausstieg im Rheinischen Revier 2.800 Arbeitsplätze im Bergbau gefährdet.

Das Land hatte angekündigt, bis 2030 Windräder mit einer Leistung vn 10,5 Gigawatt installieren zu wollen. Aktuell droht NRW jedoch, dieses Ziel zu verfehlen. Bund und Land müssten jetzt die Voraussetzungen schaffen, ihre Ausbauziele zu erreichen, so Dirk Briese, Direktor von "Trend Research". Dies betreffe insbesondere die Abstandsregeln und die Dauer der Genehmigungsverfahren.