Kommentar zur Windenergie: Schluss mit der Heuchelei

Stand: 17.01.2022, 16:17 Uhr

An Ausbauzielen zur Windenergie mangelt es nicht. Doch bei der Umsetzung hakt es. Es muss dringend etwas passieren - kommentiert Tobias Zacher.

Von Tobias Zacher

Ja, das Windenergie-Projekt in Coesfeld ist ein Vorzeigeprojekt. Fast 20 Prozent der in ganz NRW neu installierten Leistung ist vergangenes Jahr dort entstanden. Und doch zeigt auch diese Erfolgsgeschichte, woran es beim Windkraft-Ausbau hakt: Mehr als zehn Jahre haben die Macher dafür gebraucht, von den ersten Planungen bis zum Start.

Windkraft: "Vielleicht kann Coesfeld Blaupause werden"

WDR 5 Morgenecho - Interview 17.01.2022 06:49 Min. Verfügbar bis 17.01.2023 WDR 5


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Das ist eine lächerlich lange Projektdauer - vor allem vor dem Hintergrund, dass es nicht mal Klagen gegen die neuen Windräder gab. Zum Vergleich: Es bleiben jetzt nicht mal mehr neun Jahre, um die Ausbauziele für ganz NRW zu erreichen, die sich die schwarz-gelbe Landesregierung selbst gegeben hat. Eine Verdoppelung der installierten Windkraft-Leistung will sie. Das passt nicht zusammen mit den ewigen Genehmigungsverfahren - hier muss dringend etwas passieren.

Windkraft wird ausgebremst

Tobias Zacher

WDR-Landeskorrespondent Tobias Zacher

Ebenso bei der Tausend-Meter-Abstandsregel, die Schwarz-Gelb vergangenen Sommer eingeführt hat. NRW bremst die Windkraft dadurch aus. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verweist darauf, dass ja Städte selbst entscheiden können, dass die 1.000 Meter Abstand unterschritten werden, auf bis zu 700 Meter.

Das ist zwar technisch gesehen korrekt. Aber in der Realität ist nicht eine Kommune bekannt, die das getan hat. Kein Wunder, denn dafür müssen aufwändig die Bebauungspläne geändert werden.

Heuchelei muss sich ändern

Seit Jahren sprechen CDU und FDP von ihren Ausbauzielen bei den Erneuerbaren Energien - aber seit Jahren tun sie kaum etwas, um diese wichtigen Ziele auch zu erreichen. An dieser Heuchelei muss sich endlich etwas ändern.

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