Kommentar zur SPD: Was wollen Kutschaty und Hartmann?

Thomas Kutschaty, Sebastian Hartmann

Kommentar zur SPD: Was wollen Kutschaty und Hartmann?

Von Wolfgang Otto

Die SPD sucht neues Personal für den Bundesvorsitz. Aber ob das aus NRW kommen wird? Vermutlich nicht, kommentiert Wolfgang Otto.

Was will Sebastian Hartmann? Und was will Thomas Kutschaty? Und: Wer sind die beiden überhaupt? Mit diesen drei Fragen sind die aktuellen Probleme der NRW-SPD schon gut zusammen gefasst.

Weil die Antwort auf jede dieser Fragen so schwer fällt, stehen die Chancen auf eine zugkräftige Bewerbung auf den Posten des Bundesvorsitzenden aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland so schlecht. Martin Schulz wird wohl auf absehbare Zeit der letzte SPD-Chef aus NRW gewesen sein.

Schuld daran sind vor allem die äußerst ungünstigen Umstände. Nach der verheerenden Wahlniederlage der Regierung von Hannelore Kraft hat die Partei an Rhein und Ruhr ihr gesamtes Spitzenpersonal teils ausgetauscht, teils umsortiert. Die neuen Führungsfiguren können einfach noch nicht so bekannt und profiliert sein, wie ihre Vorgänger.

Thorsten Schäfer-Gümbel, einer der Interims-Parteichefs, antwortete kürzlich auf die Frage, mit wem er denn so telefoniere, wenn er mit der NRW-SPD reden wolle, unter anderem die Namen: Hannelore Kraft und Michael Groschek. Das ist nicht schlimm, aber doch bezeichnend. Die Neuen haben einfach noch nicht das Gewicht in der Berliner Parteizentrale, das ihnen eigentlich zustünde als Vertreter des größten SPD-Landesverbandes.

Das zweite Problem allerdings ist hausgemacht. Der NRW-Parteivorsitzende Sebastian Hartmann und der Fraktionschef im Landtag, Thomas Kutschaty, können nicht miteinander. Beide trennt eine ungeklärte Machtfrage. Dazu kommen bekannte Flügelkämpfe. Die werden derzeit in NRW unter dem Chiffre "Rot pur" gegen "SPD pur" geführt, was nur Eingeweihte verstehen.

Und so ist der größte SPD-Landesverband derzeit ein Leichtgewicht. Wie soll dieser zerstrittene Haufen strahlkräftiges Führungspersonal an den Start bringen? Die Genossen an Rhein und Ruhr wissen es leider selber nicht.

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Stand: 29.06.2019, 12:00