Frauen an der Macht in NRW

Frauen an der Macht in NRW

  • Bestandsaufnahme zum Weltfrauentag
  • Geringer Frauenanteil in Politik und Verwaltung
  • Welche Veränderungen brauchen wir?

"Wir brauchen den Weltfrauentag, damit wir uns wenigstens einmal im Jahr daran erinnern, wie weit wir sind und was noch alles zu tun ist." Davon ist Susanne Schupp (CDU), Bürgermeisterin aus Frechen überzeugt.

Unter den 427 Bürgermeistern und Landräten in NRW sind nur 46 Frauen. Das ist ein Anteil von 10,8 Prozent.

Landtag immer noch Männerdomäne

Auch im NRW-Landtag sind Frauen in der Minderheit. Von den 199 Abgeordneten sind 55 Frauen, das sind 27,6 Prozent. Im 14-köpfigen Kabinett sind nur vier Frauen.

Die fünf im Landtag vertretenen Parteien haben sieben Vorsitzende, darunter ist die Grüne Mona Neubaur die einzige Frau.

Bezirksregierungen: 80 Prozent Frauen an der Spitze

Vier der fünf Bezirksregierungen in NRW werden von Frauen geführt. Doch der Frauenanteil auf Abteilungsleiterebene beträgt nur noch 25 Prozent.

Gisela Walsken ist seit 2010 Chefin der Bezirksregierung Köln, als erste Frau in diesem Amt. Ihr Führungsstab sei zur Hälfte mit Männern und Frauen besetzt, sagt die 60-Jährige.

Pionierin im Haushaltsausschuss

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (l,parteilos) und die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken (SPD)

OB Henriette Reker und Gisela Walsken

Gisela Walsken weiß, dass ein hoher Frauenanteil in Politik und Verwaltung keine Selbstverständlichkeit ist. Als die SPD-Politikerin 1990 erstmals in den NRW-Landtag gewählt wurde, habe es dort "eine sehr starke Männerdominanz" gegeben. Walsken war die erste weibliche Abgeordnete im Haushalts- und Finanzausschuss.

Teilzeit auch für die Chefin

Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen, gibt es nach Auskunft von Walsken in der Bezirksregierung Köln über 180 Teilzeitmodelle, auch für Frauen in Führungspositionen.

Arbeitszeitverkürzung wichtig

Auch für Teresa Bücker ist die Arbeitszeitverkürzung ein Dreh- und Angelpunkt, wenn es darum geht, mehr Frauen Zugang zu Spitzenpositionen zu verschaffen.

Die 33-jährige Chefredakteurin des Online-Magazins "Edition F" sagt: "Es kann nicht sein, dass Führungspositionen nur in 50 oder 60 Stunden pro Woche erledigt werden können."

Training gegen Geschlechterrollen

Es sei möglich, so Teresa Bücker, gegen die Geschlechter-Stereotypen, die alle im Kopf hätten, mit gezielten Trainings vorzugehen. In großen Unternehmen gebe es das bereits für Führungskräfte.

Und Teresa Bücker hat noch ein besonderen Tipp, den sie von ihrem ersten Chef erhalten habe: "Nimm immer das an, was dir angeboten wird und eigentlich eine Nummer zu groß erscheint. Man kann in jede Rolle hineinwachsen."


Stand: 11.03.2018, 06:00