So klamm sind die Kommunen in NRW

Montage: leere Geldkasette, Screenshot der Schuldenkarte

So klamm sind die Kommunen in NRW

  • Pro-Kopf-Verschuldung in NRW teilweise über 10.000 Euro
  • Schulden der Gemeinden und Verbände insgesamt 61 Milliarden Euro
  • Bund und Länder verhandeln über Entschuldungsprogramm

Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände Nordrhein-Westfalens beliefen sich Ende 2018 auf 61 Milliarden Euro. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren das zwar 708 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor - aber für viele Kommunen immer noch deutlich zu viel.

Rein rechnerisch war jeder Einwohner des Landes 2018 mit 3.402 Euro verschuldet. Im Detail war die Schuldenlast aber sehr ungleich verteilt: Während sie in Velen als einzige Stadt NRWs bei null Euro lag, waren die Siegburger rechnerisch mit 10.969 Euro verschuldet.

Pro-Kopf-Verschuldung der NRW-Kommunen

Kommunen kämpfen gegen Schulden

"Die armen Städte haben überhaupt keine Möglichkeit, von diesen gigantischen Schuldenbergen runterzukommen", klagt Hattingens Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos). Zusammen mit rund 70 Kommunen in NRW kämpft er in einem Aktionsbündnis darum, dass Bund und Land ihnen helfen - offenbar mit Erfolg. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will 18 Milliarden an Bundesmitteln bereitstellen.

Schuldenschnitt für Kommunen?

WDR 5 Profit - aktuell 01.10.2019 02:45 Min. Verfügbar bis 30.09.2020 WDR 5

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NRW-Finanzminister wartet ab

Weil NRW die meisten überschuldeten Städte hat, würde es von Bundeshilfen auch am meisten profitieren. Kommunale Spitzenvertreter gehen davon aus, dass NRW von den 18 Milliarden Euro etwa 12 Milliarden erhalten würde, Rheinland-Pfalz 3,6 Milliarden und das Saarland eine Milliarde. Kleine Summen würden an fünf weitere Länder fließen, acht Bundesländer erhielten gar nichts.

Klamme Kommunen: Kommt der Schuldenschnitt? Westpol 10.11.2019 UT DGS Verfügbar bis 10.11.2020 WDR

Das Problem: Der Bund möchte, dass die Länder sich am Entschuldungsprogramm beteiligen. Doch ob NRW dazu bereit wäre, dazu wollte Finanzminister Lutz Lienenkämper (CDU) sich gegenüber Westpol nicht äußern. Ein Sprecher seines Ministeriums signalisierte jedoch grundsätzliche Bereitschaft, ohne eine konkrete Höhe zu nennen.

Stand: 10.11.2019, 06:00

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