NRW bei Kita-Plätzen Schlusslicht

NRW bei Kita-Plätzen Schlusslicht

  • In NRW fehlen viele U3-Betreuungsplätze
  • Land mit Betreuungsquote von 26,3 Prozent Schlusslicht
  • Familienminister Stamp: "Bessere Quote wird dauern"

Wenn in diesen Tagen die Kommunen in NRW die Zusagen für Kitaplätze verschicken, werden viele Eltern und ihre Kinder dabei leer ausgehen: Die Betreuungsquote für unter Dreijährige liegt im Land bei gerade mal 26,3 Prozent. NRW liegt im Bundesländervergleich damit immer noch auf dem letzten Platz.

Nach aktuellen Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft wollen 41,9 Prozent der Familien in NRW einen Platz für unter Dreijährige - und damit viel mehr als die Politik bei Einführung des Rechtsanspruchs kalkuliert hatte. "Anfangs wurde mit einem sehr viel kleineren Bedarf im U3-Bedarf gerechnet", erinnert sich Josefine Paul (Grüne).

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP)

Familienminister Stamp: "Das wird dauern."

Weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb konnten das Problem bisher lösen. "Wir haben zunächst mal mit einer halben Milliarde überhaupt die Trägerlandschaft gerettet, damit keine Kita schließen muss", erläutert Familienminister Joachim Stamp (FDP). Jetzt gehe es darum, ein auch für Erzieher attraktiveres System herzustellen. Denn: "Wir müssen sehen, dass der Beruf wieder attraktiver wird und dass wir eine bessere Betreuungsquote dann dauerhaft hinkriegen. Das wird aber dauern."

In Essen fehlen 1.177 U3-Plätze

Schnelle Lösungen sind also nicht in Sicht - während tausende Eltern weiter auf Betreuungsplätze warten. In Essen etwa fehlen nach Angaben der Stadt derzeit 1.177 U3-Plätze. Als Gründe führt die Stadt einen "erheblichen Zuzug" an. Zudem würden geeignete Grundstücke fehlen. Und auch hier zeichnet sich bereits ab, dass künftig Fachkräfte fehlen werden, erläutert eine Stadt-Sprecherin.

Kitaplätze in NRW dringend gesucht

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 06.03.2018 | 04:00 Min.

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Stand: 18.03.2018, 06:00