Zehn Fragen an fünf Politiker zu Antisemitismus

Collage Düker/Kutschaty/Stamp/Wagner/Reul

Zehn Fragen an fünf Politiker zu Antisemitismus

  • Interviews zum Thema Antisemitismus
  • Zehn Fragen an fünf Politiker
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Was löst die Tat von Halle in Ihnen aus? Wie begegnet Ihnen persönlich jüdisches Leben in NRW? Wann haben Sie zum letzten Mal ein KZ besucht? Wie hat das Ihre politische Arbeit beeinflusst? Das sind einige Fragen, die Westpol Politikern in NRW gestellt hat.

Sehen Sie hier in voller Länge die Antworten von Herbert Reul (CDU), Joachim Stamp (FDP), Thomas Kutschaty (SPD), Monika Düker (Grüne) und Markus Wagner (AfD).

Herbert Reul (CDU), NRW-Innenminister

"Erschrecken, Entsetzen, viel Nachdenklichkeit und auch Beunruhigung" löste die Tat von Halle beim NRW-Innenminister aus. Sorge bereiten ihm "die Bekloppten", die sich im Netz gegenseitig hochschaukelten. Das KZ Bergen-Belsen besuchte er mit seinen Töchtern zusammen, "weil ich unbedingt wollte, dass die das auch mal sehen." Zum umstrittenen "Vogelschiss"-Zitat des AfD-Bundestags-Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland sagte Reul, "ich würde mir wünschen, dass diese Partei, die dieser Mensch vertritt, auch ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte bleibt."

Herbert Reul zu Antisemitismus Westpol 13.10.2019 10:22 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Joachim Stamp (FDP), NRW-Integrationsminister

Stamp betont "die besondere Verantwortung gegenüber der jüdischen Gemeinde". Nach dem Anschlag von Halle von einem Einzeltäter zu sprechen sei "ein Euphemismus", denn "über das Netz, über Chats" stünden Extremisten in Verbindung. Der Besuch der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz als 18-Jähriger sei für ihn "eins der prägendsten Erlebnisse meines Lebens" gewesen.

Joachim Stamp zu Antisemitismus Westpol 13.10.2019 08:01 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Thomas Kutschaty (SPD), Fraktionsvorsitzender

Neben Entsetzen, Erschrecken und Mitgefühl mit den Opfern empfindet der SPD-Fraktionschef auch "Wut, dass es so was immer noch in Deutschland gibt." Er selbst stehe in regelmäßigem Austausch mit jüdischen Gemeinden. Hass und Hetze im Netz spielten eine entscheidende Rolle. "Aus diesen Worten entstehen auch Taten" und die Täter beriefen sich nachher auf diese Worte.

Thomas Kutschaty zu Antisemitismus Westpol 13.10.2019 05:33 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Monika Düker (Grüne), Fraktionsvorsitzende

Auch Düker ist entsetzt angesichts des Anschlags von Halle. Die Düsseldorferin erlebt in ihrer Heimatstadt eine lebendige jüdische Gemeinde, deren Veranstaltungen sie regelmäßig besucht. Gegen den erstarkenden Antisemitismus sei die Erinnerungskultur ebenso wichtig wie der Opferschutz und die Prävention.

Monika Düker zu Antisemitismus Westpol 13.10.2019 09:51 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Markus Wagner (AfD), Fraktionsvorsitzender

Bei Wagner löst der Anschlag von Halle "pures Entsetzen" aus. Das Gauland-Zitat "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte" sei missverstanden worden. Damit habe der Bundessprecher die Nationalsozialisten herabqualifizieren wollen.

Markus Wagner zu Antisemitismus Westpol 13.10.2019 06:15 Min. Verfügbar bis 13.10.2020 WDR

Jüdische Gemeinden: "Bedrohungslage vorhanden"

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.10.2019 05:38 Min. Verfügbar bis 10.10.2020 WDR 5

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Stand: 13.10.2019, 06:00