Wenn Falschparker die Feuerwehr behindern

Wenn Falschparker die Feuerwehr behindern

  • Immer wieder blockieren Falschparker die Feuerwehr
  • Experten fordern mehr Kontrollen
  • Städte wiegeln ab

Wenn die Feuerwehr gerufen wird, muss es schnell gehen. Jeder Einsatz ist ein Wettkampf gegen die Zeit. Doch immer wieder gehen wichtige Minuten auf dem Weg zum Einsatzort verloren. Schuld sind Falschparker. Sie versperren den Rettungskräften den Weg.

Welche Folgen das haben kann, hat Liesel Reich aus Düsseldorf im Sommer erfahren. Ein kleiner Küchenbrand griff auf das ganze Haus über - weil die Helfer nicht durchkamen.

"Wir haben die Feuerwehr gesehen, aber haben gesehen: Sie kommt nicht an das Objekt, sie konnten nicht löschen", erzählt Reich. Erst nach 23 Minuten wurde mit den Löscharbeiten begonnen. "Da war schon alles in Flammen."

Allein in Düsseldorf wurden im ersten Halbjahr 2018 fast 300 Autos abgeschleppt, weil sie Rettungswege blockierten. In Köln kam vor Jahren ein Kind bei einem Wohnungsbrand ums Leben. Die Rettungskräfte waren aufgehalten worden.

Ruf nach mehr Kontrollen

Der Verband der Feuerwehren in NRW fordert von den Städten mehr Kontrollen: "Wir würden uns wünschen, dass die Städte sich des Themas intensiver annehmen. Und das eben durch Kontrollen, tagsüber im Bereich von Gewerbegebieten, und eben auch in den Abendstunden, in den Wohngebieten, auch am Wochenende", sagt Jörg Müssig.

Doch die Städte wiegeln ab. "Wir haben feste Dienstzeiten. Wir haben personelle Ressourcen. Wir haben finanzielle Ressourcen. Und die lassen eine 24-Stunden-Überwachung an sieben Tagen die Woche nicht zu", sagt Volker Wiebels, Sprecher der Stadt Mülheim.

Ein anderer Stadtsprecher räumt am Telefon gegenüber dem WDR-Magazin Westpol sogar ein: Man wolle gar nicht strenger gegen Falschparker vorgehen, um diese nicht gegen sich aufzubringen.

Experten vom Fraunhofer Institut bestätigen, dass dies durchaus gängige Praxis sei. Manche Kommunen schauten bewusst nicht so genau hin, um das Parkplatzproblem nicht lösen zu müssen.

Keine Stellplatzpflicht bei Neubauten

Für Entlastung auf den Straßen könnten Stellplätze sorgen, die beim Bau neuer Häuser entstehen. Doch auch da zeichnet sich keine Hilfe ab.

Von einer NRW-weit geltenden Stellplatzpflicht bei Neubauten ist in der neuen Landesbauordnung keine Rede mehr. Stattdessen sollen die Städte selbst Vorgaben machen. Bauherren könnten Kommunen gegeneinander ausspielen, um lieber dort zu bauen, wo die Regeln lascher sind.

Stand: 14.10.2018, 06:00