Was die Diesel-Krise einen Autofahrer kostet

Was die Diesel-Krise einen Autofahrer kostet

  • Welchen konkreten Wertverlust gibt es?
  • Welche Mehrkosten durch Fahrverbote?
  • Ein Fallbeispiel aus der Diesel-Praxis

Westpol-Redakteur Marc Steinhäuser hat Pech: 2015 kaufte er einen gebrauchten Audi A3 Diesel mit eingebauter Schummel-Software - kurz vor Bekanntwerden des Betrugs. Was wäre der Wagen heute noch wert? Und welche Mehrkosten kämen auf ihn durch ein Fahrverbot zu?

Es ist natürlich ein persönlicher Fall, der mit hypothetischen Annahmen rechnen muss. Aber er zeigt, was die Diesel-Krise für den einzelnen Autofahrer bedeuten kann.

Marc Steinhäuser in seinem Diesel-Pkw

Was bekäme Marc Steinhäuser für seinen Diesel-Pkw?

In einer Stichprobe bei acht verschiedenen Autohäusern hat Marc Steinhäuser seinen Audi A3 Diesel, Baujahr 2012, mit 146.000 Kilometern Laufleistung angeboten. Zwei würden den Diesel gar nicht mehr ankaufen, andere mit klaren Abschlägen. Im Schnitt wurden noch 6.240 Euro für den Wagen geboten.

Vor der Diesel-Krise hätten die Händler zum Teil bis zu 30 Prozent mehr, also rund 9.000 Euro, gezahlt. Der Bundesverband der freien Kfz-Händler spricht von zusätzlichen Wertverlusten zwischen 10 und 30 Prozent - je nach Region.

Folgen des Software-Updates

Marc Steinhäuser hat das Software-Update für seinen Wagen machen lassen. Ein Schritt, der ihn teuer zu stehen kommen könnte. Auch wenn VW dementiert – einige Autofahrer berichten, dass der Motorverschleiß sich erhöht. Rechtsanwalt Tobias Ulbrich schätzt, dass Folgekosten bis 3.000 Euro möglich sind.

Und es droht ein Diesel-Fahrverbot in Düsseldorf. Noch ist völlig offen, wo es genau sein würde. Für unser Fallbeispiel gehen wir von der aktuellen Umweltzone aus.

Marc Steinhäuser würde mit seinem Diesel-Pkw auf dem Weg zur Arbeit knapp zwei Kilometer vor dem Ziel ausgebremst und müsste auf den ÖPNV umsteigen. Ein Monatsticket der Düsseldorfer Rheinbahn würde ihn über 800 Euro im Jahr kosten.

Gibt es Alternativen? Um Fahrverbote zu verhindern, setzen viele auf eine Hardware-Nachrüstung der Diesel-Fahrzeuge.

Modellrechnung vom Experten

Der Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit 15 bis 20 Milliarden Euro Kosten, würde man tatsächlich für alle betroffenen Diesel eine Hardware-Nachrüstung vornehmen. Wer diese Kosten trägt, ist bislang offen. Dudenhöffer fürchtet: Es könnte an den Steuerzahlern hängenbleiben.

Sein Vorschlag: Würde man Diesel beim Kraftstoff und den Fahrzeugen gleich hoch besteuern wie Benziner, dann hätte man jährliche Steuer-Mehreinnahmen von acht Milliarden Euro. Das würde zumindest ausreichen, um in den folgenden drei Jahren alle Dieselfahrzeuge in Deutschland nachzurüsten.

Zahlen würden das am Ende auch wieder die Diesel-Fahrer. Wobei ihre Fahrzeuge dann wieder wertvoller werden dürften.

Stand: 25.02.2018, 06:30