HIV-Infektionen: Selbsttest soll Dunkelziffer senken

AIDS-Schleife

HIV-Infektionen: Selbsttest soll Dunkelziffer senken

Von Nina Magoley

Mit einer HIV-Infektion kann man mittlerweile leben - unter Dauertherapie. Trotzdem scheuen viele Betroffene den Gang zum Arzt. Ein neuer Schnelltest soll helfen.

Schätzungsweise 18.600 Menschen in NRW leben mit HIV. Bundesweit sind es rund 86.100. Im Jahr 2017 infizierten sich in NRW etwa 550 Menschen neu mit dem Virus - etwas weniger als im Vorjahr. Zahlen, die die Aidshilfe NRW am Dienstag (27.11.2018) in Vorbereitung auf den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember veröffentlichte.

Während noch in den 90er-Jahren eine HIV-Infektion fast ein sicheres Todesurteil war, können Infizierte mittlerweile ein langes Leben leben, fast unbesorgt sexuelle Kontakte pflegen und gesunde Kinder zeugen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Infektion bekannt ist und der Betroffene sich einer medikamentösen Therapie auf Lebenszeit unterzieht, so Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW.

Test bringt schnell Gewissheit

Die Hemmschwelle, einen HIV-Test zu machen, müsse in der Bevölkerung noch deutlich sinken. Selbst vielen Ärzten sei nicht bekannt, dass ein solcher Test von den Krankenkassen bezahlt wird.

Hinzu komme, dass das Thema Aids noch immer mit Scham und Stigmatisierung verbunden sei. Etwa 2.400 Menschen in NRW, so schätzt die Aidshilfe, leben mit einer unerkannten Infektion.

Seit wenigen Wochen ist in Drogerien, Apotheken oder im Onlinehandel ein HIV-Selbsttest erhältlich. "Exacto" funktioniert, ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, mit einem Prüfstreifen, auf den zuvor mit einem Piekser entnommenes Blut getupft wird. Nach zehn Minuten sei klar, ob eine HIV-Infektion vorliegt oder nicht. Der Test kostet zwischen 20 und 25 Euro.

Stand: 27.11.2018, 12:30