Spende an Guido Reil: AfD droht Strafzahlung

Archivbild: Guido Reil

Spende an Guido Reil: AfD droht Strafzahlung

Von Christoph Ullrich

  • AfD-Politiker hatte Unterstützung einer Schweizer Firma
  • Bundestagsverwaltung sieht nach WDR, NDR und SZ-Recherchen Probleme
  • Verdacht von illegaler Parteienfinanzierung steht im Raum
  • Reil ist ein Spitzenkandidat der AfD im Europawahlkampf

Der Essener AfD-Politiker Guido Reil hat offenbar zu Unrecht Finanzhilfen aus der Schweiz bekommen. Recherchen von WDR, NDR und SZ zeigen, dass die Bundestagsverwaltung den Verdacht einer illegalen Parteienfinanzierung sieht. Der Partei droht jetzt eine Strafzahlung von über 100.000 Euro.

Reil hat Unterstützung nicht bestritten

Konkret geht es um Flyer und Werbeplakate im Landtagswahlkampf 2017. Die Goal AG, eine Werbeagentur aus der Schweiz, hatte sie finanziert. Die AfD schätzt den Wert der Hilfe auf rund 50.000 Euro. Reil selber hatte die Unterstützung nie abgestritten, in einem Fernsehinterview sagte er, für ihn sei das "sauber: Der Laden ist hochprofessionell, der ist keine Klitsche."

Bundesweit beachteter Wechsel von SPD zur AfD

Reil hat in der AfD seit Frühjahr 2016 zügig Karriere gemacht. Der 49-Jährige Bergmann war damals von der SPD in die AfD gewechselt. Nach 26 Jahren bei den Sozialdemokraten fand der Wechsel bundesweit größere Beachtung. Reil wird seitdem immer wieder als soziales Gesicht der AfD inszeniert.

Sicherer Listenplatz für die Europawahl

Auf dem Bundesparteitag im Winter 2017 wurde er in den Vorstand der Partei gewählt. Nachdem seine Kandidaturen für die Landtags- wie Bundestagswahl 2017 erfolglos waren, ist er inzwischen einer der Spitzenkandidaten für die Europawahl im Mai. Er ist hinter AfD-Bundeschef Jörg Meuthen auf Platz zwei der Parteiliste. Die Wahrscheinlichkeit ist damit hoch, dass Reil ab dem Sommer im EU-Parlament sitzen wird.

Stand: 07.03.2019, 16:33