Marode Schleusen: Unternehmen schlagen Alarm

Festmacher am Wesel-Datteln-Kanal in Dorsten

Marode Schleusen: Unternehmen schlagen Alarm

Von Lars Krupp

  • Forderung nach Sanierung des Wesel-Datteln-Kanals
  • Binnenschiffer fürchten Folgen durch marode Poller
  • Nicht genug Mitarbeiter für Reparaturarbeiten

Rund 20.000 Schiffe fahren jedes Jahr durch den Wesel-Datteln-Kanal und versorgen große Unternehmen wie den Chemiepark Marl mit Rohstoffen. Aber auf dem Kanal geht es nur langsam voran. In den Schleusen kann statt zwei Schiffen jeweils nur eins abgefertigt werden. Der Grund: marode Nischenpoller, die die Schiffe brauchen, um sicher festzumachen.

Warnung vor Totalausfall der Schleusen

Roberto Spranzi vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt sprach auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf (13.03.2019) von einer "jahrzehntelangen Mängelverwaltung". Ein ähnliches Bild von der Lage zeichnete Gerd Deimel, der die Chemieunternehmen in NRW vertritt.

Deimel warnte vor einem möglichen "Totalausfall der Schleusen". Dies hätte zur Folge, dass Chemieunternehmen nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten. Eine Verlagerung der Transporte auf die Straße sei nicht möglich.

Appell an Bundes- und Landesregierung

Für die Sanierung der Schleusen fehlen Mitarbeiter. Bei der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden zwar zwölf Stellen für Planer geschaffen - diese konnten aber nicht den dafür notwendigen Ingenieuren besetzt werden.

Daher fordern die Verbände fordern von der Bundesregierung, dass die Stellen schnellstmöglich besetzt werden. Auch an die Landesregierung richten sie einen Appell: Sie möge sich in Berlin für die Stellen einsetzen. In anderen Bundesländern würde dies auch klappen.

Der Wesel-Datteln-Kanal ist eine der verkehrsreichsten Wasserstraßen in Deutschland. Er verbindet den Rhein mit dem Dortmund-Ems-Kanal.

Stand: 13.03.2019, 16:47