SPD-Vorsitz: Walter-Borjans nimmt Favoritenrolle an

Norbert Walter-Borjans im Studio am 31.10.2019

SPD-Vorsitz: Walter-Borjans nimmt Favoritenrolle an

Von Christoph Ullrich

  • Walter-Borjans steht in Stichwahl um den SPD-Vorsitz
  • Der ehemalige NRW-Finanzminister sieht keine Zukunft für Große Koalition
  • Kritik an SPD-Landeschef Sebastian Hartmann

Der SPD-Politiker Norbert Walter-Borjans rechnet sich große Chancen aus, Ende November den SPD-Mitgliederentscheid zu gewinnen. Gefragt, ob er Favorit sei, antwortete er im WDR-Podcast RheinBlick, dass die im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidatenpaare "in gewisser Weise für einen Neuanfang oder Wechsel gestanden haben." Dadurch könne er mit einiger Zuversicht in die Wahl gehen.

Beobachter rechnen damit, dass viele Unterstützer der ausgeschiedenen Kandidatenpaare nun für Walter-Borjans und Saskia Esken stimmen werden.

Kandidat für den SPD-Vorsitz: Norbert Walter-Borjans im Gespräch

WDR RheinBlick 01.11.2019 38:24 Min. Verfügbar bis 01.11.2020 WDR Online

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Die SPD-Mitglieder können zwischen dem 19. und 29. November einen neuen SPD-Vorsitz wählen. Walter-Borjans und Saskia Esken treten gegen das Kandidatenpaar Klara Geywitz und Olaf Scholz an.

Der aktuelle Bundesfinanzminister und die ehemalige Landtagsabgeordnete aus Potsdam landeten in der ersten Runde des Mitgliederentscheides mit 22,7 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz.

Keine Hoffnungen für Große Koalition

Im Falle seiner Wahl geht Walter-Borjans von einem schnellen Ende der Großen Koalition in Berlin aus. Das Bündnis von Union und SPD habe für ihn keine Zukunft mehr. Der 67-Jährige sprach davon, dass beide Seiten bei ihren inhaltlichen Positionen im Moment sich weiter voneinander entfernen würden.

SPD-Landeschef Hartmann in der Kritik

Walter-Borjans übte auch Kritik an SPD-Landeschef Sebastian Hartmann. Dieser hatte nach der ersten Wahlrunde keine deutliche Empfehlung für Walter-Borjans und Saskia Esken abgegeben.

Das kenne er zwar aus der Politik, wo man sich am Ende die Dinge immer etwas offen halten müsse. "Man weiß ja nicht, wer am Ende gewinnt", so Walter-Borjans im WDR-Interview. Er selbst sei aber anders gestrickt, und hätte in diesem Fall auch "eine Position vertreten, die am Ende vielleicht den Kürzeren ziehen kann."

Stand: 01.11.2019, 08:00