Dem Wald in NRW geht es so schlecht wie nie

Dem Wald in NRW geht es so schlecht wie nie

  • NRW-Umweltministerium stellt Bericht über Waldzustand vor
  • Wälder im schlechtesten Zustand seit Beginn der Aufzeichnungen
  • Nur jeder fünfte Baum hat keinen Schaden

Das, was Ursula Heinen-Esser (CDU) zu bei der Vorstellung ihre Waldzustandberichts 2019 sagen hatte, hatte sich schon angedeutet: Nie zuvor, so die Ministerin am Montag (25.11.2019) in Düsseldorf, ging es dem Wald in NRW so schlecht, wie in diesem Jahr. "Besorgniserregend", sei dies.

Die Schäden nannte sie "dramatisch". Gegenüber 2018, dem bis dahin schlimmsten Jahr, habe sich die Lage noch einmal verschlechtert. Bereits im Sommer hatte die NRW-Umweltministerin von einem "katastrophalen Zustand" gesprochen.

Ein Fünftel der Fichten ist kaputt

Nur noch von 19 Prozent der Bäume weisen dem Bericht zufolge keine Schäden auf. 42 Prozent der Bäume zeigen eine deutliche "Kronenverlichtung", das heißt, sie verlieren deutlich sichtbar Laub oder Nadeln. Als Ursachen dafür nennt der Bericht die beiden sehr trockenen Jahre 2018 und 2019.

Besonders dramatisch ist laut Bericht der Zustand der Fichte: Waren im Jahr 2018 noch 27 Prozent der Bäume frei von Problemen, sind es jetzt nur noch 22 Prozent. In manchen Gebieten, so Heinen-Esser, sei der Fichtenbestand nahezu abgestorben.

Der Borkenkäfer, der die durch Hitze und Trockenheit gestressten Fichten befällt, zerstört die Bestände auf breiter Front. Fast 19 Millionen Kubikmeter Schadholz gibt es, das entspricht etwa 20 Prozent des gesamten Fichtenbestandes.

Die Situation im Wald ist katastrophal!

WDR 5 Westblick - aktuell 28.08.2019 12:26 Min. Verfügbar bis 27.08.2020 WDR 5

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Leichte Erholung gab es dagegen bei der Buche – aber auch hier gibt es Sorgen: Gerade ältere Buchenwälder leiden unter der extremen Trockenheit. Hinzu kommt der Eichenprozessionsspinner, der große Schäden verursacht.

Fonds für freiwillige Ausgleichszahlungen

Mit der Gründung des "NRW-Waldfonds" will die Umweltministerin Geld für die Schaffung neuer Waldflächen einsammeln. Einzahlen soll zunächst die Landesregierung, die hier Ausgleichsgelder für Flugreisen abführen soll. Der Fonds soll aber auch offen sein für den Beitritt von Unternehmen oder Privatpersonen, die hier freiwillig Kompensationen einzahlen können.

Außerdem wolle sie einen Waldpakt NRW gründen, sagte Heinen-Esser. Der Wald sei wichtig, so die Politikerin, um den CO2-Konzentration zu senken – und damit ein wichtiger Baustein gegen den Klimawandel.

Wie wiederbewalden?

Die Fichte wird nach Ansicht von Hubert Kaiser, Waldexperte im Umweltministerium, über kurz oder lang aus NRW verschwinden. Durch den Klimawandel werde es ihr hier einfach zu warm. Welche Bäume zur Wiederaufforstung genutzt werden, liegt großenteils in den Händen der privaten Waldbesitzer. Ihnen gehören 63 Prozent der Waldflächen in NRW.

Angestrebt wird die Abkehr von Monokulturen hin zu einem Mischwald, wobei derzeit danach geforscht wird, über welche welche genetischen Eigenschaften Buchen und Eichen verfügen, die besser mit Trockenheit und Hitze klar kommen, als sensiblere Artgenossen.

In NRW sind mit 935.000 Hektar 27 Prozent der Landesfläche bewaldet. Die Bäume speichern rund 700 Millionen Tonnen CO2.

Stand: 25.11.2019, 20:48

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Heinzb aus nrw 25.11.2019, 22:30 Uhr

    Dann sollten die Parteifürsten auf eAuto und Bahn umsteigen statt Panzerwagen und fahrenden Dreckschleudern auf Steuerzahlerkosten . Zumal Bundestag und Landtag sind in gähnender Leeeeeeere , da sind Hubschrauber und Flieger nicht notwendig . Da haben auch die GRÜNEN mehr als Nachholebedarf.

  • 3 linux 25.11.2019, 17:55 Uhr

    " Einzahlen soll zunächst die Landesregierung, die hier Ausgleichsgelder für Flugreisen abführen soll."_Ja gab es früher auch schon, das die mit dem Nötigen Geld sich einfach frei kauften, die Grünen sind ja wohl mit Spitzenreiter was Fliegen angeht, den Michel dann aus Fahrrad setzen aus Umweltgründen.

  • 2 Grandpa zum zweiten 25.11.2019, 16:04 Uhr

    Söder und Co. jetzt lasst Taten folgen und überlasst nicht der Verbotspartei das Meinungsmonopol. Es wird Zeit, daß die ( Umwelt- )Industrien Europas massiv aus Europa gefördert werden. Von der Leyen, Macron und die Konservativen ihr könnt es, also macht es. Schmeißt die Briten endlich raus ( keine Verlängerung mehr sondern klares take it or leave it an die Briten ) und kümmert Euch um das Wesentliche. Nur europäisch und nordafrikanisch ( Sonnenpanele in der Wüste und Trassen!! ) geht es. Es müssen endlich Verträge her und nicht blabla..Aber es muß mit Plan und Verstand gemacht werden. Die Grünen können es nicht! Legt los, zeigt das ihr versteht und der Grünen-Hype geht von alleine. Konservativ von conservare also bewahren. Die jetzige Umweltsituation ist nicht bewahrenswert. Es muß was passieren!! Und Arbeitsplätze schafft es auch! LOSLEGEN BITTE!

    Antworten (1)
    • Grandpa 25.11.2019, 16:08 Uhr

      Und nutzt europäische Speicherkapazitäten. Auch hier mehr Verträge zur Nutzung für alle Europäer.

  • 1 Grandpa 25.11.2019, 15:57 Uhr

    Jetzt kriegen die Grünen wieder "Fresschen". Ölheizungen sofort abschaffen und sofort verbieten. Zwang zum Austausch und wer das Geld nicht hat muß frieren. Liegt überhaupt Gas in der Strasse auf dem Dorf?-egal. Autofahren nur noch 1 x die Woche zum Einkaufen! Windräder in unmittelbare Nähe von Häusern - die Besitzlosen jubeln ist doch nicht ihr Wertverlust des Hauses. Speicherkapazität für Strom schon vorhanden? - egal! Wählt die Grünen, wählt Frau Baerbock - "der Ölpreis kann nicht hoch genug sein" - CO2 pro Tonne direkt 180 Euro Einstieg und direkt mal 50 Cent mehr an der Tankstelle. Nicht so schlimm wir dürfen ja nur noch zum Einkaufen fahren 1x die Woche :--)). Jaja Ihr jungen Leute und potentielle Erstwähler Ihr werdet schon sehen....denn sie wußten nicht was sie tun.....aber im Ernst wo ist das 3l Auto liebe Autoindustrie, wo sind die synth. Treibstoffe, wo sind die europ. Verträge und Trassenplanungen um Windräder in siedlungsarmen Regionen Europas aufzubauen?

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